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König Umbertos Doppelgänger [R-UP]

[Bild: www.pixabay.com]
[Bild: www.pixabay.com]

Ist unser gesamter Lebensablauf, unser Schicksal, vorherbestimmt? Ist alles was wir zu tun gedenken bereits fest geplant? Gibt es auf eine Entscheidung, welche wir vermeintlich selbstständig treffen, unausweichlich nur eine Antwort? All diese Fragen kann man, wenn man an das Schicksal des König Umberto denkt, ganz klar mit „Ja“ beantworten. Sein Schicksal scheint mit dem Schicksal eines völlig fremden Mannes eng verbunden gewesen zu sein.

 

 

Man kann davon ausgehen, dass Zwillinge einen besonderen Draht zueinander haben. Bereits im Mutterleib sind sie miteinander verbunden und auch das Leben scheint diesem durchsichtigen Band kein abriss zu tun. Dennoch ist der Weg, welchen die Zwillinge wählen können, meist unabhängig voneinander. Das einzige was die beiden voneinander trennen kann ist der Tod, welcher den einen Zwilling früher oder später ereilen kann als sein Seelenverwandter.

 

Doppelgänger haben diese Wahl nicht und auch der Tot kann die Doppelgänger nicht voneinander trennen. Geboren werden sogenannte Doppelgänger nicht unbedingt an den selben Ort und auch sterben scheinen sie meist an unterschiedlichen Orten, wobei die Daten immer dieselben sind. Doch bereits hier ergeben sich unglaubliche Parallelen. So scheint der Ort zumindest den selben Namen zu tragen und auch die Namen der Eltern oder Eheleute scheinen identisch zu sein. Dies ist nur eine kleine Auswahl an Beispielen, welche dem Doppelgänger Schicksal zugrunde liegen. Es scheint, dass dieses besondere Phänomen eigentlich nicht existieren dürfte. Als wäre einer der beiden in der falschen Zeit geboren worden und nun sind die Schicksale unausweichlich miteinander verbunden.

So gibt bereits ein altes Motto darüber Aufschluss, welches Schicksal einem zuteile wird, wenn man seinen Doppelgänger triff. „Das Schicksal ist besiegelt und der baldige Tot unausweichlich, so sagt man.

 

Dies scheint das Schicksal von König Umberto sehr exakt zu beschreiben. Der König von Italien regierte von 1878 – 1900.

 

Umberto statte der Stadt Monza einen Besuch ab, da man seinen Auftritt an dem großen Sportfest vor Ort erwartete. Kurz vor seinem Tod jedoch hatte der König eine schicksalshafte Begegnung.

 

Es war nicht ungewöhnlich, dass der König sich unter das Volk mischte und in bodenständige Restaurants sein Festmahl einnahm. So auch an diesem Abend. Das Restaurant suchte er spontan aus. Es machte von außen einen netten Eindruck und er betrat schließlich das Lokal. Umberto setze sich und beobachtete einen Moment, währen er auf die Bedienung wartete, das muntere treiben. Es dauerte nicht lange, da fiel ihm ein Mann auf, welcher ihm zum Verwechseln ähnlich sah und auch seine Offiziere, welche zur Sicherheit ständig bei ihm waren, fiel diese Ähnlichkeit auf. So ließ er den Mann zu sich rufen und auch der besagte Mann staunte nicht schlecht, als er König Umberto sah. Sie kamen sofort ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass es sich bei dem besagten Mann um den Restaurantbesitzer Umberto handelte. Doch es blieb nicht nur bei der äußerlichen Ähnlichkeit und demselben Namen der Männer. Beider waren am selben Tag, in derselben Stadt, namens Turin, am 14. März 1844 geboren worden. Außerdem nannte man die Ehefrauen, der beiden Männer, beim selben Namen (Margarethe) und auch der Hochzeitstag fiel auf exakt dasselbe Datum. Zum staunen aller, war dies jedoch noch nicht die letzte Gemeinsamkeit. An dem Datum, als Umberto zum König Italiens ernannt wurde, eröffnete der andere Umberto sein Restaurant. Die beiden Männer waren zugleich erstaunt als auch fasziniert und unterhielten sich an diesem Abend noch lange. Sichtlich erfreut über die Begegnung, gingen beider in Freundschaft auseinander und der König versprach bald wieder zu kommen. Außerdem lud er seinen Doppelgänger spontan zum Sportfest ein und Umberto versprach zu erscheinen. Doch dieses Versprechen konnte beide Männer nie einlösen. Die Legende sollte ihr Versprechen vorher halten.

Am Tag des Sportfestet, der 29. Juni 1900, wunderte sich König Umberto, dass sein Doppelgänger nicht wie versprochen dort war und er war sichtlich enttäuscht. Kurz darauf erhielt er von seinen Offizieren die traurige Nachricht, dass der Restaurantbesitzer Umberto von einem seiner betrunkenen Gäste umgebracht wurde. Der König war zutiefst bestürzt über die Nachricht. Wieso nur nahm ihn dieser Vorfall so mit? Er kannte den Fremden doch kaum? Und doch hatte er das Gefühl, dass er ihn eben schon sein ganzes Leben lang kannte und sie irgendwie miteinander verbunden waren. Viel Zeit zum Nachdenken, über dieses doch ziemlich merkwürdige Ereignis, blieb dem König allerdings nicht. Denn am selben Tag, an dem sein Doppelgänger ermordet wurde, wurde auch der König von einem Attentäter erschossen. Somit teilen sich, so traurig es auch klingen mag, die Doppelgänger auch das Datum des Todestages.

 

Das Ereignis scheint alles andere als zufällig zu sein. Es scheint viel mehr, als wären die Leben der beiden Männer unwiderruflich miteinander verbunden und auch der Tot gehörte zu ihrem Schicksal dazu. Es hat außerdem den Anschein, als wäre an der besagten Legende etwas dran. Als hätte das Schicksal oder auch das Leben, keine andere Wahl die beiden Doppelgänger, nun da sie voneinander wussten, sterben zu lassen. Man kann hier nur spekulieren, wieso die Legende immer recht zu haben scheint. Ist es ein Fehler in der Dimension, welcher unterdrückt, ja sogar, verschleiert werden muss?

Ebenfalls eine interessante Frage dabei ist, ist damit eigentlich eine zeitnahe Begegnung der Doppelgänger unausweichlich? Ist es eventuell vorherbestimmt, dass diese irgendwann unweigerlich aufeinandertreffen müssen, damit sie nach dem Ereignis sterben? Oder ist das Zusammentreffen eher ein Zufall und von Leben damit eigentlich völlig ungewollt? Hat jeder von uns einen Doppelgänger und treffen wir diesen vielleicht alle, manchmal eher unbewusst, kurz vor unserem Tod? Eine völlig neue Theorie besteht darin, dass Aliens Experimente mit den besagten Doppelgängern vornehmen und diese nach dem Entdecken des anderen ausgelöscht werden müssen. Über dieses Thema kann man Stunden spekulieren und philosophieren. Es ist und bleibt völlig unbegreiflich und schwer gedanklich zu verarbeiten.

 

 

Carolina

 

20.05.2018

Hörbericht


Schutzengel am Lenkrad

Wahrscheinlich kennt es jeder von Ihnen. Einmal nicht richtig aufgepasst und schon passiert etwas furchtbar schreckliches. Wir fallen hin, bauen ein Unfall oder tun sonstiges unüberlegtes. Manchmal sind gar nicht wir die Schuldigen. Ein anderer passt für eine Sekunde nicht auf.

Doch es gibt jemanden der immer genau aufpasst. Unser Schutzengel. Ohne Ihn hätte alles vielleicht viel schlimmer ausgehen können. Glück gehabt.

In diesem Bericht wollen wir Ihnen die Geschichte von Barrows erzählen. Barrows ist ein ruhiger und verantwortungsbewusster Mann und wie wahrscheinlich jeder Mann, liebte er sein Auto. Dieses stand sicher auf dem Grundstück seiner Eltern. Nach einem Ausflug, hatte er es sicher und unter Beobachtung parken wollen. Da war das Grundstück der Eltern doch die beste Idee. Doch nun wollte er seinen prachtvollen Jeep unbedingt zurück haben.

Es war nicht gerade ein Katzensprung zu seinen Eltern. Er würde einen ganzen Tag für die Strecke benötigen. Außerdem war es auch noch Winter. Draußen herrschten minus Grade. Was soll´s. Also los.

 

Die ersten Stunden waren noch ziemlich gemütlich und angenehm. Proviant hebte die Laune und die Heizung lief auf Hochtouren. Doch dann wurde es zunehmend anstrengender und gefährlicher. Barrow machte kurze Pausen, aber er schlief nie. Hinzu kam noch ein ziemlich starker Schneesturm. Die anderen Fahrer, denen er auf der Fahrt begegnete, fuhren bei dem Sturm rechts ran und warteten lieber ab, bis sich der Sturm legte. Barrow wollte das nicht. Er wollte unbedingt schnell bei seinen Eltern sein und was war schon ein kleiner Sturm.

Ein wenig verdutzt war er dann schon, als er bei dem Schneesturm ein Mann am Straßenrand entlang gehen sah. Was zum…? Wieso war dieser Mann bei diesem Schneesturm unterwegs? Und Barrow dachte schon ER wäre lebensmüde bei dem Sturm überhaupt weiter gefahren zu sein. Barrow hielt also an, ließ das Fenster runter und fragte den Unbekannten, ob er ihn mitnehmen sollte. Der Mann ging zunächst noch ein Stück weiter.

 

Barrow konnte ihn nun genau in seinem Scheinwerferlicht erkennen. Komisch. Der Typ trug die Uniform von der Bundeswehr. Doch diese Uniform war schon längst nicht mehr aktuell. Dann drehte er sich um. Verdammt. Nun war Barrow doch ein wenig überrascht. Nein man könnte sagen geschockt. Der Mann sah sogar genauso aus wie er. Wie war so etwas nur möglich? Der Doppelgänger öffnete die Beifahrertür und sah Barrow an. Ohne weitere Worte, setzte sich der Mann auf den Beifahrersitz. Barrow fuhr weiter. Er konnte nicht mehr klar denken. Bestimmt einfach ein blöder Zufall. Nach einiger Zeit fielen Barrow fast die Augen zu. Der unheimliche Beifahrer fragte Barrow, ob er fahren sollte. Schließlich sehe Barrow ziemlich müde aus. Barrow war wirklich ziemlich müde und einfach viel zu kaputt, um darüber genauer nach zu denken. Also bejahte er und sie wechselten die Plätze. Der unbekannte Doppelgänger fuhr und fuhr und fuhr. Nach kurzer Zeit schlief Barrow schließlich ein. Als er aufwachte, stand der Wagen und der Motor war aus. Wie lange standen Sie schon hier? Der unheimliche Mann saß einfach nur starr vorm Lenkrad und blickte geradeaus. Barrow bedankte sich freundlich bei dem Mann. Dieser lächelte ihn an, und sagte einfach nur: „Gern geschehen“. Dann erklärte er noch kurz, dass er nicht in die Stadt wolle. Er stieg aus und ging in dieselbe Richtung zurück, aus der sie eben gekommen waren. Warum ging der Mann zurück? Er hätte doch einfach früher anhalten und aussteigen können. Außerdem war es Barrow vorgekommen, als wäre es dem Mann selbstverständlich zu fahren und Barrow so zu helfen. Außerdem vertraute er dem Mann irgendwie. Es war ein seltsames Gefühl. Barrow war einfach nur sprachlos. Er brauchte eine Weile bis er weiter zu seinen Eltern fuhr.

Was genau war dieser Mann. Gewissermaßen war er ein Schutzengel für Barrow. Er kam zur rechten Zeit. Wer weiß was sonst passiert wäre? Vielleicht wäre er sonst am Steuer eingeschlafen. Doch seltsam ist es schon. Wieso sah der Fremde aus wie Barrow? Wieso trug er eine Bundeswehr Uniform? War es am Ende ein Geist, der die Gestalt von seinem Schützling annahm? Wer oder was der Fremde auch immer war, an diesem Tag, war er ein besonderer Schutzengel am Lenkrad.

 

 

Carolina

18.10.2015 

Hörbericht