Themeim 

Überblick

 


Die Geister Tramperin bei De Rust [R-UP]

[Bild: www.pixabay.com]
[Bild: www.pixabay.com]

Bei einem ortbezogenen Spuk muss es nicht immer ein Haus sein, welches von Geistern heimgesucht wird. Denn der Ort an sich, an dem der Mensch ums Leben kam oder mit dem er im Leben etwas Starkes verband, ist dabei entscheidend. Ein Geist-Tramper ist da das beste Beispiel.

 

An einem Abend im April 1978.

Dawie von Jaarsveld ist ein leidenschaftlicher Motorradfahrer. Der Tag neigte sich dem Ende zu und auch Dawie wollte sich auf den Weg zu seiner Freundin machen. Er fuhr dazu auf die Straße bei De Rust. Schon von weitem sah er die Umrisse einer Person am Straßenrand stehen und als er schließlich näherkam, erkannte er das es sich um eine Frau handelte. Dies kam ihn schon etwas seltsam vor. Er hielt an und fragt die junge Dame, ob er sie mit in die nächste Stadt Uniondale nehmen solle, denn dies war auch sein Ziel. Die Frau murmelte eine unverständliche Antwort, welche Dawie wohl auch wegen seinem Sturzhelm nicht genau verstehen konnte und stieg hinter ihm aufs Motorrad. Dawie gab ihr den vorhandenen Ersatzhelm und einen zweiten Kopfhörer. So konnte auch sie die Fahrt mit etwas Musik im Ohr überbrücken.

 

Nach gerade mal 15 Kilometern blockierte sein Hinterreifen und er kam unweigerlich zum Stehen. Er drehte sich mit dem Oberkörper auf seiner Maschine um, da er die Ursache für das plötzlich blockierte Rad ausmachen wollte. Hatte er ein Loch im Boden übersehen oder war sein Reifen geplatzt? Diese Fragen interessierten ihn dann eher weniger als er mit entsetzen sah, dass die junge Frau nicht mehr hinter ihm saß. Er wollte schon die Strecke zurückfahren, um nachzuschauen ob die Unbekannte heruntergefallen war, doch dies konnte nicht der Fall gewesen sein, da der Ersatzhelm an den Rücksitz geschnallt war. Dies ist während der Fahrt mit dem Motorrad unmöglich, es sei den man ist darin geübt so ein waghalsiges Unterfangen zu begehen. Doch noch überraschter war er über die Tatsache, dass der zweite Kopfhörer in seinem Ohr steckte.

Völlig verstört machte er an einem Café halt und rief seine Freundin an. Ihr konnte er schließlich alles erzählen. Sein verängstigtes verhalten, welches unweigerlich nach außen sichtbar war, wurde von allen Gästen in dem Café wahrgenommen. Eine Forscherin, namens Cynthia Hind, war sehr an diesem Vorfall interessiert und stellte daher Nachforschungen an. Tatsächlich bestätigten alle Gäste den ängstlichen Eindruck von Dawie.

 

Die tote Tramperin soll jedoch nicht nur Dawie van Jaarsfeld erschienen sein. 2 Jahre später, am 4 April 1980 erlebte der nächste Motorradfahrer ein eindrucksvollen Vorfall. Andre fuhr an derselben Stelle entlang, an der zuvor Dawie die junge Frau aufgelesen hatte. Plötzlich fühlte er ganz stark, wie jemand seine Arme um seinen Oberkörper schlang. Außerdem hatte er das Gefühl, dass jemand auf seinem Beifahrersitz saß. In völliger Panik wusste sich Andre nicht anders zu Helfen und gab Gas. Währenddessen spürte und hörte er, wie jemand dreimal auf seinen Helm klopfte. Doch erst als sein Tacho bei 160 km/h angelangt war, ließen die Arme ihn los und er merkte, dass sich ebenfalls keine Last mehr auf seinen Beifahrersitz befand.

 

Doch nicht nur Motorradfahrern soll der Geist einen Schrecken eingejagt haben. Auch Auto- und LKW-Fahrer berichteten über ähnliche Vorfälle. Die Beschreibung der Frau und auch der Kleidung der Frau glichen sich jedes mal.

Die Ereignisse wurden so sehr in der Öffentlichkeit diskutiert, dass sich bald ein Pilot zu den Vorfällen äußerte. Am 12. April 1968 war seine Frau an der besagten Stelle mit ihrem Auto tödlich verunglückt. Er war sich sicher, dass die Vorfälle mit seiner Frau in Verbindung standen und sie keine Ruhe finden konnte. Auch die Kleidung, welche genau beschrieben wurde, konnte er als die Kleidung identifizieren, welche sie bei dem Unfall trug. Auch in unserem Jahrhundert soll die Geist Tramperin den ein oder anderen Auto- oder Motorradfahrer erschienen sein. Jedoch nicht ohne nach wenigen Kilometern wieder spurlos zu verschwinden.

 

 

Carolina

 

23.07.2018

Hörbericht


Sehnsucht nach Heimat

Per Anhalter fahren, trampen oder auch Autostopp. Es ist egal wie man die Mitfahrgelegenheit nennt, irgendwie fährt immer ein komisches Gefühl mit. Bei einem völlig Fremden mitfahren, nicht wissend ob man je auch dort ankommt wo man hin möchte, ob man überhaupt je wieder irgendwo ankommt. Immer reist die Ungewissheit mit. Für manche schon gleichgültiger Alltag. Wenn man irgendwo hin möchte, Finger raus und warten, warten, warten….

 

Doch welche Gefühle, welche Gedanken gehen wohl in den Fahrern selbst vor, wenn sie einen Fremden zu sich ins Auto steigen lassen? Wir haben schon mal von einer Geister Tramperin berichtet. Eine schöne Frau kann man doch nicht einfach so einsam und alleine an dem Straßenrand stehen lassen. Doch wie sieht es mit einem kleinen Jungen aus? Wenn man eine Frau nicht im Regen stehen lassen kann, dann kann man sicher auch einem kleinen Jungen keine Bitte abschlagen.

 

1965, USA:

Eine Frau hörte laut Radio. Heute liefen ihre Lieblingslieder rauf und runter. Sie hatte immer eine etwas weitere Strecke zu fahren und sie fuhr den Highway Nummer 20 nicht zum ersten Mal entlang. Da war etwas laute und dazu noch super gute Musik eine willkommene Abwechslung.

 

Etwas verdutzt war sie dann, als sie schon von weitem eine kleine Gestalt am Fahrbahnrand stehen sah. War das etwa ein kleiner Junge? Hier? Mitten in der Pampa? Alleine? Der Junge war doch kaum älter als 12 Jahre. Natürlich konnte sie nicht einfach weiter fahren und den Jungen hier draußen stehen lassen. Er stieg ein und sie fuhren beide die einsame und öde Strecke weiter. Die junge Frau kannte sich nicht wirklich mit Kindern aus und so machte sich zunächst nur lautes Schweigen breit. Sie fragte ihn wo er hin wollte. Wüsste er noch nicht so genau. Egal was sie ihn auch fragte, er beantwortete lediglich knapp ihre Fragen. Doch nach einiger Zeit, taute das Eis zwischen ihnen und auch der Junge begann nach und nach zu erzählen.

 

Sie waren gerade mal, vielleicht, eine bis zwei Stunden gefahren. Da bat der Junge seine Fahrerin langsamer zu fahren und da hinten anzuhalten. Komisch. Hier war nichts. Wirklich nichts. Die leeren Felder waren sehr bergig und nur ein kleiner Bachdurchlass war das aufregendste hier. Doch genau in der Nähe des Bachdurchlaufs wollte er unbedingt aussteigen. Die Frau war sich unsicher fragte ihn wo er denn wohnen würde und fuhr dabei ein wenig langsamer. „Da drüben.“, war die Antwort des nun sehr aufgeregten Jungen. Er zeigte mit seinem ausgestreckten Finger an ihr vorbei. Die Frau drehte ihren Kopf von ihm Weg, um irgendwo dort, wo er hingezeigt hatte, vielleicht ein kleines verborgenes Haus auszumachen. Doch da war nichts. Sie drehte sich um und wollte den Jungen schon eine ziemlich schnippische Antwort geben, da sah sie einen leeren Beifahrersitz. Niemand saß mehr neben ihr.

 

Der Junge konnte unmöglich einfach raus gesprungen sein. Auch wenn sie etwas langsamer gefahren ist, wenn er einfach raus gesprungen wäre, dann…. Die Frau verfiel in Panik. War er einfach aus dem Auto gesprungen. Verdammt! Hatte sie ihn wohl möglich sogar überfahren. Sie machte ein Vollbremsung und stieg hysterisch aus. Sie lief mindestens dreimal um das Auto und schaute auch unter dem Auto nach. Nichts. Vielleicht war er zurück gelaufen, von dem Aufprall zurück geschleudert worden. Sie waren kurz zuvor um eine Kurve gefahren. Sie lief also ein Stück zurück, bis sie weit blicken konnte. Nichts. Nicht einmal die kleinste Spur von dem Jungen. Vielleicht noch ein Stück weiter?

Später wusste die Frau nicht mehr genau wie oft sie die Umgebung und ihr Auto absuchte. Als sie die Polizei anrief war sie aufgelöst und stand unter einem kleinen Schock. Und es wurde auch nicht besser, als man ihr erzählte, dass nicht nur ihr so etwas widerfahren sei. Schon öfters nahmen Anhalter einen kleinen Jungen mit und immer verschwand er in der Nähe des Bachdurchlaufs. Man vermutete, dass hier einmal sein Haus stand oder er aber dort verunglückt ist. Was genau geschah, ist jedoch nicht dokumentiert.

 

Wenn man sich überhaupt vorstellt, dass ein Geist ewig gefangen ist und noch immer nicht verstanden hat, dass er schon längst nicht mehr unter uns weilt, ist schon ziemlich tragisch. Doch wenn ein kleiner Junge, immer noch nach seinen Eltern sucht, immer noch nach Hause möchte und nie die Zeit hatte, erwachsen zu werden, dann ist das schon mehr, als nur die bloße Sehnsucht.

 

 

Carolina

16.11.2015

Hörbericht