Themeim 

Überblick

 


Kurzgeschichten - Teil 1

 

Bevor Menschen die Welt der Lebenden verlassen, kommt es ab und zu vor, dass Verwandte oder Bekannte eine Erscheinung erleben. Erscheinung wovon? Meist von dem Verstorbenen, der sich zu dieser Zeit im Todeskampf befindet oder bereits einige Minuten tot ist. Es heißt, sie wollen sich ein letztes Mal verabschieden und erscheinen deshalb jenen Menschen, die ihnen besonders am Herzen lagen oder für übernatürliches offen sind. Wir haben Ihnen hier einmal einige, kleine Erscheinungen dieser Art zusammen getragen.

 

Eine Mutter ist in Gedanken immer bei ihren Kindern. So auch die Mutter in diesem Fall. Mitten in der Nacht wachte sie auf. Sie hatte unruhig geschlafen und wusste nicht mehr genau, von was sie geträumt hatte. Sie saß senkrecht im Bett, als sie eine durchschimmernde Gestalt im Zimmer wahrnahm. Sofort erkannte sie ihren Sohn. Doch er sah nicht normal aus. Irgendetwas stimmte nicht mit ihm. Als er sich leicht nach links drehte, sah sie genau was nicht stimmte. Er hatte eine ziemlich schwere Kopfverletzung und ein dreckiges Hemd trug er auch. Nach nur wenigen Minuten, löste sich die Gestalt ihres Sohnes wieder in Luft auf. Am nächsten Tag hatte sie die Gewissheit. Ihr Sohn starb bei einem Schiffsunglück. Sein Schädel wurde dabei zertrümmert.

 

Eine Frau lag im Krankenhaus und hatte gerade Besuch von einer guten Freundin. Sie unterhielten sich eine Weile bis die Besucherin kurz das Zimmer verlies. Doch die angeschlagene Frau blieb nicht lange alleine. Kurz darauf kam ein alter Mann in das Krankenzimmer und redete immer wieder völlig aufgeregt auf sie ein. Sie erkannte in dem alten Mann den Großvater ihrer Freundin. Immer wieder sagte er zu ihr, dass seine Enkelin ihn schnell anrufen solle. Sie sollte dringend nach Hause kommen. Als die Freundin später das Krankenzimmer erneut betrat, war der alte Mann verschwunden. Die Patientin erzählte ihrer Freundin von dem mysteriösen Vorfall und bat diese auch eindringlich zu Hause anzurufen. Doch die Besucherin hielt das für einen schlechten Scherz und ließ sich nicht auf dieses Gespräch ein. Ein paar Minuten später war sie wohl doch ein wenig beunruhigt und rief vorsichtshalber zu Hause an. Ihr Großvater war vor zehn Minuten verstorben.

 

Eine Frau saß auf einer Bank und las in der Bibel. Sie liebt die Bibel. Es war ihr Lieblingsbuch und sie musste jeden Tag ein wenig darin lesen. Nach einiger Zeit verspürte sie ein merkwürdiges Gefühl und sie blickt auf. Sie sah ihren Bruder gegenüber von sich, ebenfalls auf einer Bank, sitzen. Das war unmöglich. Ihr Bruder befand sich Meilen entfernt. Sie schrieb eine kurze Notiz in ihrer Bibel: Henry gesehen. Ein paar Tage später erhielt sie die Nachricht, dass ihr Bruder gestorben war.

Ein Pilot möchte noch kurz zu einem Rundflug aufbrechen und verlässt das Lager. Er verabschiedet sich von seinen Freunden. Gegen 15 Uhr taucht er wieder auf. Er gibt an, dass sein Flug ruhig verlief und es keine besonderen Vorkommnisse gab. Er setze sich zu ihnen und verließ nach einiger Zeit das Zimmer. Später bekamen seine Kameraden die Nachricht, dass ihr Kamerad, der eben noch bei ihnen saß, einen tödlichen Flugzeugabsturz hatte. Eigentlich, kann er nie von dem Rundflug zurückgekommen sein.

 

Es war ein wunderschöner Tag und den muss man ausnutzen. Genau das dachte sich auch eine ältere Dame. Sie saß auf ihrer Terrasse und las ein Buch. Sie hatte schon einiges an Seiten geschafft, als das Dienstmädchen der Familie aus dem Haus trat und die Frau ansprach. Das neugierige Dienstmädchen wollte unbedingt wissen, mit wem sie gerade gesprochen habe. Die Frau schaute sie fragend an und erklärte ihr, dass sie ganz sicher mit niemanden geredet habe. Sie habe niemanden bemerkt. Das Dienstmädchen aber schwor, das eben hinter ihr noch ein großer, blasser Man stand und auf sie eingeredet habe. Es sah alles sehr komisch aus, da die alte Dame selber dem Mann nicht zu antworten schien. Als das Dienstmädchen dann kurz weggeschaut hatte, sei der Mann weg gewesen. Das Dienstmädchen beschrieb der Hausdame den Mann. Es konnte sich nur um ihren Bruder handeln. Später am Tag bekam die ältere Frau eine Nachricht, ihr Bruder war genau zu dem Zeitpunkt gestorben, als das Dienstmädchen den blassen Mann sah, der aufgeregt auf seine Schwester einredete.

 

Die letzte Momente vor dem Tod. Man möchte sich verabschieden und die Hinterbliebene Person sieht einen nicht. Bemerkt einen nicht, hört einen nicht. Körperlos, ohne Stimme. Vielleicht zählt hier auch nur der kurze, letzte Anblick als Lebewohl.

 

 

Carolina 

03.04.2016

Hörbericht


Kurzgeschichten - Teil 2

Wenn man im frühen Kindsalter einen besten Freund hatte und ihm zu dieser Zeit einen Schwur leistet, ist dieser dann auch noch gültig, wenn man den damaligen Freund schon lange aus den Augen verloren hat? In unserem nächsten Fall gibt es darauf nur eine Antwort.

 

Die beiden Freunde interessierten sich sehr für Übernatürliches und konnte gar nicht genug von Schauergeschichten dieser Art bekommen. Bald wurden sie auf das Thema der Erscheinung kurz vor dem Tod aufmerksam. Darauf legten beide einen Schwur ab: wenn einer von den beiden irgendwann sterben würde, würden sie versuchen, dem anderen vor dem Tod noch ein letzte Mal zu erscheinen. Durch verschiedene Entscheidungen, verloren sich die Freunde bald aus den Augen. Doch der Schwur sollte auch darüber hinaus bindend sein. Als einer der beiden starb, erschien er seinen ehemaligen besten Freund tatsächlich. Er befand sich gerade in der Badewanne, als er für einen kurzen Moment seinen ehemaligen besten Freund auf dem Stuhl, ihm gegenüber, sitzen sah. Er lächelte kurz und verschwand dann, für immer. Sofort kam die Erinnerung an ihren Schwur wieder hoch. Der Freund holte sofort Nachforschungen ein und tatsächlich. Sein Freund war gestern verstorben.

 

Bis das der Tod uns scheidet oder vielleicht noch ein wenig weiter? Eine Frau lag im Sterben und sie konnte während ihrem Kampf mit dem Tod nur an eines denken, an ihren geliebten Ehemann. Selbst mit ihrem letzten Atemzug, rief sie nach ihrem Mann. Dieser befand sich Meilen entfern. Als man ihm die Nachricht über den Tod seiner Frau überbringen wollte, waren alle erstaunt, als er sich zuerst bei ihnen meldete und sich aufgeregt nach seiner Frau erkundigte. Sie war ihm in der Nacht erschienen und ihre schwache Gestalt, rief ständig seinen Namen.

 

Mütter fühlen oftmals mit ihren Kindern mit. Sind die traurig versuchen sie ihre Kinder zu beruhigen und ihnen gut zuzureden, doch im inneren, kann eine Mutter ihre Kinder nicht leiden sehen (natürlich ist das bei Vätern nicht anders). Was aber ist, wenn eine Mutter die Schmerzen des gerade tödlich verletzten Kindes spürt? Sie hatte schon immer ein inniges Verhältnis zu ihrem Sohn. Umso trauriger war sie, als ihr Sohn Soldat werden wollte und nach Deutschland stationiert wurde. Natürlich hatten sie dennoch ständigen Kontakt. Doch eines Tages merkte die Mutter, dass etwas mit ihrem Sohn nicht stimmte. Sie hatte sehr starke Kopfschmerzen. Nicht diese üblichen, fiesen Kopfschmerzen an der Schläfe, sondern ihr ganzer Hinterkopf tat weh und sie hatte ständig das Gefühl als müsste die ersticken. Außerdem hörte sie die weit entfernte Stimme ihres Sohnes: „ Bitte Mama, hilf mir!“ Ihr Mann beruhigte sie und schlug vor ihren Sohn anzurufen. Am anderen Ende der Leitung konnte man ihr, ihren Sohn nicht geben. Schließlich war er gerade eben erst gestorben.

 

Doch auch anders herum ist die Bindung genauso stark. Ein Mann spürte aus heiterem Himmel stechende Schmerzen in seinem Kopf. Außerdem wurde ihm auf einmal sehr schwindelig. Die Schmerzen ließen nicht nach. Kurz darauf bekam er einen Anruf. Seine Mutter lag mit einem Blutgerinnsel im Gehirn im Krankenhaus. Sie hatte ständig nach ihrem Sohn gerufen. Glücklicherweise überlebte seine Mutter.

 

 

Carolina 

10.04.2016

Hörbericht