Themeim 

Überblick

 


Das Traumland

Das Traumland
Manche haben es vergessen und andere kehren oft in ihren Träumen dorthin zurück: Das namenlose Land ohne Zwänge und Regeln. Kinder und Intensivträumer haben sich in ihrem Gehirn eine surreale Welt geschaffen, die sie aufrufen können.

Ein namenloses Land, ohne Vorgeschichte und ohne Unmöglichkeiten. Ein Rückzugsort im Traum. Im Erwachsenenalter kann man, wenn man kein Intensivträumer ist, nicht mehr zu diesem Ort zurückkehren, wenn man ihn vergessen hat. Obwohl man als Erwachsene Person auch noch träumt, nimmt man die fiktiven Welten nicht mehr so intensiv wahr wie früher. Kleine Kinder, falls Sie sich selbst noch daran erinnern können, haben ein beispielloses Auffassungsvermögen in Träumen. Sie erinnern sich gut an das, was sie gesehen haben. Ab dem zwölften Lebensjahr (also zur Pubertät hin) sinkt jedoch die Erinnerungskraft, sodass man sich eine Stunde nach dem Aufstehen an gar nichts mehr erinnern kann.

 

Das von Kindern, wie auch von Erwachsenen Intensivträumern, am meisten benannte Traumphänomen ist das Traumland. Das Fantastische an diesem Phänomen ist, dass sich das Gehirn schon in sehr frühen menschlichen Entwicklungsstadien diese nicht wirklich existierende Welt aufbaut oder sie schon bereits besteht. Es wurden Forschungen zu diesem Phänomen gemacht, in der 20 Kinder im Alter von 6-10 Jahren jeden morgen von ihren Eltern gefragt wurden: ,,Wie hast du geträumt?“, das  Experiment dauerte ein halbes Jahr. Das Ergebnis sah wie folgt aus.

 

Die Eltern sollten aufschreiben, was die Kinder geträumt hatten. Bei der Auswertung kam heraus, dass 17 von den 20 Kindern immer wiederkehrende Träume von einem Land hatten, was sie sich selbst erträumten. Außerdem haben die Kinder auch ,,Bekanntschaften“ in ihrem Land gemacht, die immer zwischen zwei Personen variieren konnten. So hatte ein Achtjähriger entweder einen Jungen oder ein Mädchen angetroffen, die ihn herumführten und  in ein Abenteuer verwickelten. Vier Elternpaare schrieben sogar, dass ihre Kinder euphorische Anfälle gehabt hatten, weil der Traum so intensiv gewesen war.

 

Das Merkwürdige daran ist die Tatsache, dass manche Elternteile ein Déjà-vu-Gefühl erlebten, als ihr Kind einmal besonders gut das Traumland beschrieb. Traumforscher kamen zu der Theorie:,,Die Traumwelt von Eltern und Kindern könnten sich ähneln, weil die Trauminformationen eventuell von Generation zu Generation übernommen wird!“ Das ist zwar nur eine Annahme, aber sie könnte durchaus stimmen, oder etwa nicht?

 

Aber schauen wir uns doch mal das Traumland an sich an. Es wird als surrealer Ort beschrieben, in dem es, dem Anschein nach, keine geregelte Zeit gibt. Die Tageszeit (wenn man sie so nennen will) kann von einem auf den anderen Moment wechseln. Die Landschaft ist unwirklich und wird meist als unendlich beschrieben. Viele Menschen berichten, dass sie das überwältigende Gefühl haben, nie genügend Zeit zu haben, die ganze Welt zu erkunden. Gefühle spielen übrigens eine ganz große Rolle im erträumten Land. Die Emotionen werden auch als überwältigend beschrieben. Die meist namenlosen Personen sind übertrieben freundlich, hilfsbereit und weichen so gut wie nie von der Seite des Träumenden. Sie streifen mit ihm durch diese Traumlandschaft und erleben (auch wenn es sich kindisch anhört) Abenteuer.

 

Ist das Traumland ein Ventil, wenn die Gefühle im echten Leben zu kurz kommen? Oder verarbeitet das Gehirn so das Erlebte am Tag? Intensivträumer, die ihr ganzes Leben schon Träume bewusst wahrgenommen haben, sagen aus, dass der Freund oder die Freundin im Traum mit ihnen mit altert. Sie sagen, wie befreiend und schön es sei, dorthin zurückzukehren. Das bewusste Träumen wieder zu erlernen ist möglich aber schwer, was ich jedoch in anderen Kapiteln noch näher zum Ausdruck bringen werde.

Halten wir also fest: Traumländer stellen für Menschen eine Bereicherung dar, die aber im Erwachsenenalter verschwinden könnte, wenn man sie einfach vergisst.

 

 

 Carsten S.

04.08.2013

Hörbericht


Haben Sie schon einmal von diesem Mann geträumt?

Urig und etwas beängstigend, aber immer nett und freundlich. So wird der Mann beschrieben,der schon bei tausenden von Menschen,unabhängig von Sprache oder Religion, im Traum erschienen ist. Was will er/es von den Träumenden? (Bild Quelle: www.thisman.org)
Urig und etwas beängstigend, aber immer nett und freundlich. So wird der Mann beschrieben,der schon bei tausenden von Menschen,unabhängig von Sprache oder Religion, im Traum erschienen ist. Was will er/es von den Träumenden? (Bild Quelle: www.thisman.org)

Neurologen sind der festen Überzeugung, dass ein Mensch nur von Gesichtern und Personen träumen kann, die er schon mal im echten Leben gesehen hat. Es kann die junge Dame von der Kasse sein oder der ältere Herr im Park, den wir in unserem Bewusstsein schon längst verdrängt haben. Entweder man nimmt die Statisten in den Träumen bewusst wahr oder man erkennt sie nur schemenhaft, sodass eine klare Einschätzung im Traum und auch danach nicht möglich ist. Aber was wäre wenn eine Person auftaucht, die man noch nie gesehen hat, sich dazu noch merkwürdig verhält und das Geschehen in einem Traum bewusst beeinflusst?

 

Es gibt ein aktuelles Phänomen, in dem hunderte von verschiedenen Menschen, unabhängig von Religion, Sprache und Ansichten, jede Nacht von ein und der selben Person träumen. Dieses Traumphänomen ist auf der ganzen Welt unter dem Namen “Ever Dream this Man?“ bekannt. Es handelt sich hierbei um einen Mann, der sich in die Träume verschiedenster Menschen „einnistet“ und anscheint auch die selben Privilegien besitzt, wie der Träumende. Er verhält sich still und ruhig, ist fast immer nett und hilfsbereit. Er hebt sich spürbar ab von den anderen Personen aus den Träumen. Das wird durch das Verhalten des Mannes deutlich. Wenn Menschen ihren Traum beschreiben sollen, sagen sie meistens, dass die Menschen, die darin vorkommen, meist in Gruppen auftreten oder eine beruhigende und unbekümmerte Art an sich hatten. Aber der unbekannte Mann grenzt sich anscheinend bewusst von ihnen ab. Aber wo hat dieses Phänomen seinen Anfang genommen?

 

Eine Quelle, die als Ursprung dieses Traumphänomens gilt, sagt aus, dass ein New Yorker Psychiater 2006 bei vier seiner Patienten Ähnlichkeiten in den Traumeigenschaften feststellte. In den Träumen aller vier Personen soll der Mann eines Nachts aufgetaucht sein, und hat sich von den anderen Menschen durch sein Verhalten abgehoben. Bald verbreitete sich das Phänomen im ganzen Land, und auch auf anderen Teilen der Welt. Man könnte behaupten, dass die Leute, die den Mann auch gesehen haben, opfer einer Zeugenlawine wurden, sprich davon hörten und sich dann eingebildet haben ihn gesehen zu haben. Aber erstaunlich ist hier die Tatsache, dass unabhängig voneinander Skizzierungen angefertigt wurden, die eine starke Ähnlichkeit zueinander aufwiesen. Außerdem muss man bedenken, dass dieses Phänomen zu diesem Zeitpunkt nicht von den Medien an die Öffentlichkeit gezerrt wurde.

 

Es gibt viele Berichte von Personen, die den Mann gesehen haben wollen:

 

In den Traum einer Frau, soll er während einer Party aufgetaucht sein. Er starrte sie die ganze Zeit an, bis er schließlich wegging. Er soll sich nicht so wie die anderen Verhalten haben. Er war nicht ausgelassen, nicht in Feierlaune, sondern starrte sie, also die träumende Person, einfach nur an.

 

Ein Junge flog im Traum über seine Stadt, um sich zu vergewissern, dass es seinen Freunden gut geht und sie in Sicherheit sind. Da sah er diesen Mann. Er wartete anscheinend an einem Haus, flog auch hoch in die Luft und eine Weile mit den träumenden Jungen. Er sagte rein gar nichts. Er soll nur ein mildes Lächeln gezeigt haben, mehr nicht. Dann verschwand er wieder. Dem Jungen ist aufgefallen, dass der Mann nie ein einziges Wort mit ihm gewechselt hat.

 

Ein anderer Junge erzählte aus einem seiner Träume, dass der Mann ihm als Weihnachtsmann erschienen sein soll. Er war sehr freundlich zu ihm und lächelte sehr nett. Der Träumende freute sich so sehr, als wenn er dem Weihnachtsmann höchstpersönlich begegnet wäre. Dann flog der Kopf des Mannes plötzlich vom Körper und schwebte über den Jungen. Der Träumende sprang, aber der Kopf des Mannes war für ihn nicht zu erreichen.

 

Ein Mann träumte, wie die besagte Person plötzlich neben ihm auf dem Beifahrersitz saß. Er saß nur da und lächelte. Bei einer Bushaltestelle hielt der Träumende an und ließ ihn raus. Dies tat er laut Aussage automatisch, als ob er kein Einfluss darauf nehmen konnte.

 

Eine Frau bemerkte den Mann im Spiegel ihres Schlafzimmers. Hinter ihr war kein Mensch. Nur im Spiegel stand er hinter ihr, in der Tür und lächelte. Er trug eine Brille, war sonst aber identisch mit dem offiziellen Phantombild.

 

Es gibt noch sehr viele weitere Ereignisse aus Träumen, die auf das Selbe hinauslaufen. Der Mann schleicht sich in die Träume der betroffenen Person ein, versucht auf einfache Art sich in den Mittelpunkt zu stellen und macht auf sich aufmerksam. Er ist Hilfsbereit und will anscheint nichts Böses. Manchmal entpuppte er sich als Helfer in der Not. Gibt es vielleicht eine rationale Erklärung für diese Träume? Ein vernünftigen Erklärungsansatz bietet die Theorie des archetypischen träumen. Das Gesicht des Mannes war und ist im kollektiven Bewusstsein verankert. Ein Ur-Gesicht, wenn man so will. Der schwarze Mann zählt übrigens auch zu den Archetypus-Artigen. Das Phänomen konnte sich nur deshalb so ausbreiten, weil es publik gemacht wurde. Das aushängen der Phantombilder in verschiedenen Sprachen rund um die Welt rief diesen Archetypus noch stärker ins Unterbewusstsein. Klingt logisch und plausibel. Angeblich haben bis zu diesem Zeitpunkt schon über dreitausend Menschen diesen Mann im Traum gesehen.

 

Es gibt noch eine andere Theorie die zur Auflösung dieses Phänomens dienen könnte. Menschen, die sich nahe stehen, Träumen ab und zu das gleiche oder begegnen sich sogar gegenseitig im Traum. Es könnte sein, dass ein Mann irgendwo auf der Welt eine große Gabe hat, die ihn befugt durch Fremde Träume zureisen und diese zu Beeinflussen. Der Traum schärft die Sinne eines Menschen, wenn es um Emotionen und bestimmte Charaktere geht. Ein Mensch hat in 8 Stunden Schlaf in etwas 10-16 verschiedene Träume. Wenn seid 2006 nur 3000 Mensch bewusst von dem Mann geträumt haben, klingt es simpel, wenn er auch nur 10-16 Menschen pro Nacht rund um die Welt in ihren Träumen besucht. Vielleicht existiert der Mann nicht mehr als Mensch, sondern nur noch als Seele, die sich in Träumen versucht bemerkbar zu machen? Seelen (oder eher gesagt Geister) sind nicht unbedingt an Ort und Zeit gebunden, wenn sie versuchen in die Gedanken der Lebenden einzugreifen.

 

Es gibt sogar eine offizielle Internetseite, auf der man sein erlebtes mit ihm kundtun kann. Es gibt aber das Gerücht, dass das alles nur Schwindel sei. Es ist eine Forschungsreihe, die Erkenntnisse ergeben soll, wie man Menschen auch im Traum mit Werbung beeinflussen kann. Das Ziel, so die Theorie, soll es sein herausfinden, wie man mit möglichst einfachen Mitteln Werbung machen kann. Der Mann prägt sich mit einem Vorwand einer Geschichte in das Gedächtnis der Menschen ein und beeinflusst so die Träume. Aber dies kann nicht die Erklärung liefern, wieso der Mann immer freundlich und nett zu den Träumenden ist. Er könnte doch auch in manchen Fällen böse sein, was er aber nun mal nicht ist. So extrem kann kein Konzern Träume manipulieren, um deren Handlungen zu beeinflussen oder etwa doch?

 

 

Carsten S.

12.10.2013

Hörbericht


Traum-Exerzitien: Inspiration aus der Vergangenheit

Ein ruhiger und entspannter Schlaf ist für das allgemeine Wohlbefinden des Menschen unentbehrlich. Wer gut in der Nacht geschlafen hat, kann den neuen Tag mit voller Kraft genießen. Aber der Schlaf dient nicht nur zum ausruhen, sondern kann auch zur Inspiration dienen. Schon so mancher Schriftsteller oder Wissenschaftler machte davon Gebrauch seine Träume, die er im Schlaf bekam, so zu beeinflussen, dass sie im echten Leben zur Lösung eines Problems oder einer Denkblockade beitrugen.

 

Das Praktizieren des Traum-Exerzitien (Traum Übung) hat eine lange, nachweisliche Geschichte, die sich bis heute in verschiedensten Kulturen der Erde durchsetzte. Das Traum-Exerzitien wird als Brücke zu den Ahnen oder als geistige Erweiterung betrachtet. So bat man die Ahnen um Rat oder benutzte diese Fähigkeit, um die Lösung eines komplizierten Problems herbeizuführen. Wie man solche Träume fördert ist nicht ganz klar zu definieren. Grob gesagt, muss man die Gedanken zwischen Wachzustand und Traumphase so beeinflussen, dass sich beide Realitäten vermischen.

 

Das, womit man sich beschäftigt hat, sei es ein Wunsch, ein Problem oder ein Rätsel, muss bis zur Traumphase hindurch dringen und dort als Haupthandlungsthema verbleiben. Das Luzide Träumen (dieses Thema wird in einem späteren Bericht erklärt) kann hierbei dienlich sein, wenn man es beherrscht. Menschen, die sich mit Traum-Übungen befassten, erkannten in dieser das Potenzial zur Erkenntnis und der geistigen Erweiterung. Gustav Meyrink schuf 1915 sein Roman „Der Golem“. Das Manuskript des Romans umfasste rund 5000 Seiten und wurde mit 365 Seiten zum Bestseller dieser Zeit. Laut Meyrink selbst, bekam er seine Inspiration zur Geschichte durch eine „Traumfrage“.

 

Diese normale Frage wandelte sich zu einer Traumfrage, die an den Ober Rabbiner Jehuda Lüwben Bezalel ging. In einer Art Vision übermittelte Bezalel, der 1513 geboren wurde, dass er in Prag einst den “Ungeschlacht“ nach modellierte (der besagte Golem). Der Traum soll so intensiv gewesen sein, dass Gustav Meyrink am nächsten Morgen alles, was er im Traum gesehen hatte, aufschrieb. Die Komprimierung des niedergeschriebenen ergab den Roman. Der Fall von Meyrink ist nur ein Beispiel von vielen. Dr. med. Franz Hartmann (1838-1912: Begründer der „Lignosulfitheilweise“) berichtete auch von Traumvorfällen, bei denen er im Übergangszustand von Wach zu Schlaf die Thematik, die ihn aktuell beschäftigte, hinüberbringen konnte. Er behaupte, dass er den „Pfad des Träumens“ nach belieben beeinflussen konnte.

 

Wie bereits erwähnt verfügen anscheinend auch Naturreligionen und andere Kulturen über eine Art Traum-Exerzitien. In Trancezustand oder im Schlaf wird mit den Ahnen kommuniziert. Auch hier schaffen es Menschen Fragen oder Bedürfnisse vom Wachzustand in den Schlafzustand zu vermitteln. Solche Möglichkeiten, sich mit den Vorfahren kurz zuschließen, wirft folgenden Verdacht auf: Trend sich die Seele im Traum vom Körper? Wenn ja, dann erklären sich diese Phänomene von alleine. Es ist so ähnlich wie bei den Eltern um Rat zu bitten, nur auf einer anderen dimensionalen Ebene und mit sehr fernen Verwandten.

 

Wer solche Fähigkeiten entwickelt möchte, der braucht wohl Zeit und Ruhe. Es gibt noch viele weitere Meilensteine in Sachen Träume. Das Traum-Exerzitien ist ein sehr weitreichendes Thema, dass mit anderen Traumarten und Traumfähigkeiten eng verbunden ist. In den nächsten Berichten über Träume werden wir höchstwahrscheinlich weitere Male darauf zurückkommen. Auch wenn viele Menschen nicht an das Potenzial von Träumen glauben gibt es sie. Schlafen ist nicht nur gedankenloses Liegen, sondern es ist vor allem die Verarbeitungszeit für unseren Kopf. Man kann diese Zeit nutzen oder verstreichen lassen.

 

 

Carsten S.

14.01.2014

Hörbericht


Luzides Träumen: Einleitung

Haben Sie schon einmal den Begriff „Klartraum“, auch anders bekannt als „Luzider Traum“, gehört oder sich einmal damit beschäftigt? Wie im Bericht “ Traum-Exerzitien“ schon erwähnt, ist es ein ziemlich großes Themengebiet der Traumwissenschaft und Traumkunde. Die Übergänge von der Grenzwissenschaft wie auch zur Neurowissenschaften sind fließend. Aber wenn wir über Luzides Träumen reden, müssen wir zuallererst wissen, was das genau ist, und wie man dieses Themengebiet definieren kann. Denn hier gibt es viele Unterschiede zu anderen Themen, die zwar prinzipiell im Zusammenhang stehen, sich aber in ihrer Funktion und Anwendungsweise stark voneinander Unterscheiden.

 

Luziden Träumens: Es handelt sich hier um einen Traum, den eine schlafende Person hat, mit der bewussten Erkenntnis , dass sie im Moment träumt. Durch diese Vergegenwärtigung, dass man sich augenblicklich nicht auf der Realitätsebene befindet, sondern auf der Traumebene, öffnet das Tor zu einem Klartraum. Die meisten Menschen wissen tatsächlich nicht ob sie sich nachts, wenn sie schlafen, in einem Traum befinden, oder nicht. Die bewusste Unterscheidung von Traum und Realität befähigt die betroffene Person dazu ,Expeditionen auf der Traumebene durchzuführen, die erfüllter sein können, als die auf Realebene, auf der wir uns jetzt gerade befinden.

 

Das luzide Träumen und Klarträumen kann entweder bewusst und erlernt, oder unbewusst und via Begabung auftreten erfahren werden. Das bedeutet: Man kann es erlernen oder bereits, ohne es zu wissen, besitzen. Grundvoraussetzung ist hier, dass man überhaupt seine Träume wahrnimmt. Viele Menschen haben seit ihrer Jugend verlernt (meistens nach Beendigung der Pubertät) zu träumen. Diesen Satz kann man zwar von mehreren Seiten betrachten. Für uns soll er nur für betreffendes Thema dienen. Die Unterschiede von Menschen, die ihre Traumwelt beeinflussen und diesen, die ihre nicht einmal bewusst wahrnehmen, kann sehr extrem ausfallen.

 

Dadurch, dass das Gehirn bei einem Normalträumer nur das Erlebte des Tages verarbeitet, kann das zu unruhigen Schlaf führen oder sogar zu physischen Schäden (unbewusstes Zähneknirschen, Angespanntheit und Schwitzen). Bei einem Klarträumer jedoch ist das anders. Er kann nicht nur den Stress auf Realitätsebene kompensieren, sondern sich in seinen Träumen, wenn man so will, eine parallele Welt erschaffen, die ihn vor Schäden schützt und seine Gesamtauffassung auf beiden Ebenen bereichert.

 

Es als Ventil zu betrachten wäre falsch. Vielmehr handelt es sich hier um einen geistigen Ausgleich, der den Horizont erweitert und eine unbegrenzte Vielzahl an Möglichkeiten des Erfahrens darstellt. Luzides Träumen ist sozusagen ein fantastischer Zustand mit einer Fülle an Ereignissen, die Sie selber hervorrufen könnten, wenn Sie denn wollten. Was man tun muss, um diesen Zustand zu erreichen, was man machen und welche Schattenseiten das aber auch haben kann, dazu kommen wir im nächsten Berichten rund um dieses Themengebiet. Es sei denn, Sie haben schon genug gehört.

 

 

Carsten S.

     18.10.2015    

Hörbericht


Luzides Träumen: Anwendung

Wie also erlernt man das luzide Träumen? Im Internet kursiert allerlei Verschiedenes zu diesem Thema. Meist werden aber Fähigkeiten vorausgesetzt, die ein Anfänger meist gar nicht besitzt. Beschreibungen hierzu sind meist vage und grenzen den normalen Hobbyträumer vollkommen aus, der noch nicht die Grundfesten des Themas besitzt. Ein gesunder Schlaf ist für den Klarträumer auf alle Fälle unabdingbar. Ohne ihn besitzt der Geist wie der Körper nicht die Ruhe, um zielsicher zu träumen. Er ist eher damit beschäftigt in eine Ruhephase zu gelangen, um eine allgemeine Genesung herbeizuführen. Wenn Sie aber ruhig schlafen, dann können Sie die 5 nächsten Schritte ohne weiteres befolgen:

 

Nr. 1. Analysieren Sie ihre Träume: Direkt beim Aufwachen vergessen wir langsam, was unser Gehirn in der Nacht erlebt hat. Das Bewusstsein verlagert die Eindrücke der Nacht in das Unterbewusstsein, wo wir es nicht mehr gezielt abrufen können. Schon wenn wir uns 2 Wochen lang jeden Morgen 10 Minuten Zeit nehmen, um unseren Traum, der sich noch im unserem Bewusstsein befindet, Revue passieren zu lassen, findet in unserem Gehirn unterbewusst eine Veränderung statt, die dafür sorgt, dass wir bestimmte Muster im Traum erkennen und anfangen diese zu beeinflussen. Diese Handhabung legt den ersten Grundstein, um bewusst Realität und Traum zu unterscheiden.

 

Nr. 2. Realitätscheck durchführen: Was im Alltag lächerlich erscheint, kann im Traum notwendig sein, um sich zu vergewissern, dass man sich gerade in einem solchen befindet. Denn das, was wir einem besonderem Augenmerk in der Realität schenken, fließt später als Handlung von uns im Traum mit ein. Es kann das Klopfen auf einen Tisch sein, der ein Geräusch ergibt oder das Ebenbild im Spiegel. Normale Vorgänge im Alltag laufen nämlich im Traum anders ab, als sie es in Realität tun sollten. Ihr Unterbewusstsein ruft die Informationen auf, die sich durch diese gut beobachtete Aktion als Reiz ergeben. Ist der Reiz verändert oder ist zu absurd, dann nehmen sie den Traum als solchen auch war.

 

Nr. 3. Das Gehirn auf einem Traum vorbereiten: Es ist Fakt, dass wir oft genug von Dingen träumen, die uns über den Tag und besonders vor dem Schlafengehen beschäftigen. Wenn Sie anfangen eine halbe Stunde vor dem Einschlafen sich mit einem Thema zu befassen und bedingungslos wollen, dass Sie davon träumen, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass Sie auch davon träumen werden. Ihr Gehirn wird diese Gedanken mit in den Schlaf nehmen und dort verarbeiten. Genau das Gleiche geschieht, wenn wir über den Tag Stress oder Streit hatten. Das Bewusstsein verlagert das Aufgefasste über den Tag in den Schlaf, um es dort erneut zu simulieren und zu bewältigen.

 

Nr. 4. Gezieltes Aufwachen: Dieser Vorgang ist bereits für Fortgeschrittene. Wenn Sie ihren Wecker so einstellen, dass er Sie nach 5 bis 6 Stunden aus dem Schlaf reißt, dann befinden Sie sich im Schlafalgorithmus hinter der Tiefschlafphase. Wenn Sie nun wieder einschlafen, fällt es Ihnen leichter in einen Klartraum zu fallen, da der Körper seine körperlichen Energiereserven für den Tag bereits aufgeladen hat. Der Körper ist nun mehr in der Lage die Gehirnregionen zu aktivieren, die uns im Schlaf mehr Handlungsfreiraum lassen. Der Körper befindet sich nun eher im Wach- als im Schlafzustand. In diesen Zustand befinden Sie sich ebenfalls, wenn sie  "Mittagsschlaf" halten.

 

Nr. 5. Klartraum verlängern: Wenn Sie nun soweit sind, dass Sie auch in Tiefschlafphasen Klarträume erzielen, sollte es darum gehen diese zu verlängern. Klarträume reagieren sensibel auf geistige Erschütterungen. Wenn Sie merken, dass ein Traumwechsel oder eine Abbruchphase bevorsteht, konzentrieren sie sich auf ihren Klartraum. Rufen Sie eine bemerkenswerte Situation herbei oder fallen sie rückwärts im Traum um und konzentrieren sich auf einen Punkt. Dadurch gewinnen Sie mehr Zeit im luziden Traum.

 

Wie Sie ihre Traumwelt gestalten, bleibt Ihnen selbst überlassen. Im Traum funktionieren alle Sinne theoretisch wie in der Realität. Es ist möglich sich in der Ich-Perspektive zu bewegen oder auch in der Außerhalb-Perspektive. Erfahrungen, die bewusst im luziden Traum gemacht werden, bauen die Fähigkeiten in den darauffolgenden Träumen weiter aus. Wie im ersten Teil erwähnt, ist es wichtig sich klar zu sein, dass man sich in einem Traum befindet. Dass man von heute auf morgen ein Klarträumer ist, ist eher seltener der Fall. Wenn der Träumende am Anfang seiner Erfahrungen mit dem luziden Träumen Extremsituationen im Klartraum ausgesetzt ist, wacht er oft vor Schreck auf. Überhaupt ist es zuallererst wichtig, einen Traum überhaupt bewusst in den Wachzustand zu übermitteln. Wenn dies geschafft ist, sollten kleinere Handlungen im Traum, die Wissentlich geschehen, weiter ausgebaut werden. Gezieltes wahrnehmen von Gegebenheiten, Lebewesen oder Terrain und Bewegungen mit dem Körper.

 

Auch wenn ein luzider Träumer immer mehr Einfluss auf die Surrealität ausübt, der Traum an sich behält sein Eigenleben und somit auch sein Überraschungspotenzial. Ein Klartraum, so ganz nebenbei, dauert übrigens nur 15 bis 20 Minuten in der Realität. Uns kommt dieser aber ca. 20 mal länger vor, wenn wir uns in einem befinden. Aller Anfang ist schwer. Wenn dieser aber getan ist, baut sich alles aufeinander auf. Ein Klarträumer ist nicht nur in der Lage ein Traum zu seinen Gunsten zu gestalten. Es sind auch andere Dinge möglich, auf die wir aber erst im dritten und letzten Teil zu sprechen kommen werden. Alles hat seine zwei Seiten.       

 

 

Carsten

07.02.2016

Hörbericht


Luzides Träumen: Risiko

Dass die Thematik des luziden Träumens eine Fülle von guten Erfahrungen und erweiterten Bewusstseinstechniken beinhaltet, ist uns nun bewusst. In der Wissenschaft ist es seit jüngerer Zeit Gegenstand verschiedenster Forschungseinheiten. Die Somnologie beschäftigt sich hierbei direkt mit jeglichen Phänomenen des Schlafes, wozu auch luzides Träumen gehört. Und obwohl wir bis jetzt nur die positiven Aspekte des Klarträumens aufgezählt haben und in jeglichen Foren und Seiten zu diesem Thema die Meinungen meist erfreulich sind, gibt es auch Risiken, die wir nun näher begutachten wollen.

 

Diese werden häufig ausgeklammert, wenn man darüber redet seine Träume unter Kontrolle zu haben. Es scheint in der Community geradezu ein Tabuthema zu sein. Und gleich zu beginn will ich sagen:

 

Die meisten luziden Träume verlaufen erfreulich. Wer sich aber auf solche Selbstversuche im Geiste einlässt, sollte sich der Gefahr bewusst sein eventuell die Kontrolle zu verlieren. Diese wiederzuerlangen ist dann sehr schwierig.

 

Klarträume sind eine fantastische Sache. Gutes, stetiges Training führt einen relativ schnell zum Erfolg und öffnet Tür und Angel, seine Schlafzeit noch sinnvoller zu nutzen. Auf dem Weg dahin, oder auch, wenn man der Meinung ist es eigentlich zur Gänze zu beherrschen, könnte etwas schief gehen. Die Gründe hierfür sind meist der Konflikt zwischen Wachzustand und Schlafzustand. Gerade in der Anfangszeit des Trainierens oder in schwierigen psychischen Phasen schlägt sich das im Alltag Erlebte im Traum nieder, damit es dort bearbeitet werden kann. Dies ist nicht zu unterschätzen! Die psychische Last muss sich im Schlaf gewissermaßen auflösen. Ein durchschnittlicher Träumer ist nicht weit genug in der Materie und würde wahrscheinlich „nur“ verstört aufwachen, wenn er ein Alptraum hätte. Ein Mensch, der aber luzides Träumen beherrscht ist in diesem Traum gewissermaßen vollständig anwesend.

 

Jeder Mensch ist verschieden. Einige besitzen trotz ihrer mentalen Anspannung die Fähigkeit aus diesem zu fliehen oder die Kontrolle erneut zu übernehmen. Manche sind aber schlicht und einfach überwältigt und können dieser, für sie, “real“ existierende Situation, nicht entkommen. Der Klassiker, einen Realitätscheck durchzuführen, damit man sich seiner Traumpräsenz bewusst ist, kann, im schlimmsten Fall, scheitern. Der Alptraum, der ansonsten unterbewusst durchlebt wird, ist nun real in seiner Existenz, da man es gelernt hat, eine Vielzahl an Träumen bewusst zu erleben.

 

Ich habe mich per E-Mail Schriftverkehr mit einer weiblichen Person in Kontakt gesetzt die gerade solche Erlebnisse durchlebt hatte und sich letztendlich ganz dem luziden Träumen verschloss. Sie möchte nicht mit dem richtigen Namen erwähnt werden, weshalb ich sie in diesem Bericht einfach Drömeltrin nennen werde. Drömeltrin beherrschte das Klarträumen jetzt schon über 2 Jahre und hat sich schon, als sie 16 Jahre alt war, mit diesem Thema auseinandergesetzt. Sie hatte ziemliche Freude daran und konnte davon berichten, wie ausgeglichen sie sich im Alltag und im Schlaf fühlte. Sie konnte, als sie mal etwas unerfreuliches im Traum bemerkte, immer wieder den Faden aufnehmen oder aus diesem verschwinden, bevor es heikel wurde.

 

Dies änderte sich aber, als ihr Vater unheilbar erkrankte und kurz darauf verstarb. Zu diesem Zeitpunkt war sie 23 Jahre alt. Die Eigenschaft, die sie die meiste Zeit am Klartraum geliebt hat, wurde nun zum Alptraum. Sie träume nun immer öfter von Szenarien, wo ihr Vater einfach von einem auf den anderen Moment verschwand oder ohne jegliche Logik bösartig wurde oder sich sogar monströs verwandelte. Die Versuche, aus diesen Träumen zu erwachen oder ein Realitätscheck durchzuführen, funktionierten nun fast nie, da sie mental einfach nicht mehr in der Lage dazu war. Dies ging soweit, dass sie Angst vorm Einschlafen hatte.

 

Sie begab sich in therapeutische Behandlung und bekam Medikamente verschrieben. Nach einem halben Jahr wurde die Therapie für beendet erklärt und die Medikamente nach und nach reduziert. Drömeltrin schrieb mir, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt wieder ein normales Verhältnis zum Träumen hat. Bedeutet, luzides Träumen ist für sie, aufgrund ihrer Erlebnisse, nichts mehr was sie wieder beherrschen möchte. Sie hat schlicht weg zu viel Angst die Kontrolle zu verlieren.

 

Aufgrund dessen ist es schwer zu sagen, ob luzides Träumen wirklich für jedermann ist. Es scheint so, als müsste man das Realitäts-Ich und das Traum-Ich strikt von einander trennen, um solche krassen Erfahrungen zu vermeiden. Dies widerspricht aber dem Grundgedanken vom luziden Träumen, grenzenlos frei in seinem Schaffen und Erleben zu sein. Drömeltrin ist, wie sie selber sagt, ein sehr heftiger Fall eines solchen Geschehnisses. Aber bei manchen Menschen können bei überdurchschnittlichen Stress schon Traumanomalien auftreten. In Foren rund um das Klarträumen gibt es zu genug Erfahrungsberichte, die im selben Zeichen stehen, wie die Erfahrungen von Drömeltrin. Verschiedene Mitglieder oder Ersteller von Texten sind mit Stress konfrontiert und verlieren langsam die Fähigkeit über die Kontrolle ihrer Träume. Oft auftretende Beschwerden sind:

 

Schlafparalyse: Betroffene Person wacht urplötzlich auf und befindet sich in einer Art Schockstarre. Dieser Zustand lockert sich bestenfalls nach wenigen Augenblicken, kann aber auch mehrere Minuten andauern. Schlimmstenfalls kommt es zu Kurzatmigkeit und Herzrasen. Am allerschlimmsten ist jedoch das Phänomen, wenn sich Traum und Realität vermischen, und etwas vom Traum, was man kurz zuvor fokussiert hat, mit in die Wirklichkeit übertragen wird. So kommt es auch vor, dass Monstrositäten plötzlich im Schlafzimmer auftauchen und einen beobachten und man sich dabei nicht vom Fleck rühren kann.

 

Konzeptverlust bei Realitätscheck: Beim Realitätscheck wird meistens eine einstudierte Aktion ausgeführt, die einem selber klarmachen soll, dass man sich derzeit in einem Traum befindet. Bei mentaler Belastung kommt es aber oft vor, dass dies nicht gelingen möchte. Man wird durch merkwürdige Vorkommnisse aus dem Konzept gebracht und fühlt sich unbehaglich, was sich wiederum im Traumgeschehen niederschlägt. Dies könnte das Bemerken von verkrüppelten Körperteilen sein oder atypische Gestalten, die verstörend einen daran hindern wollen einen Realitätscheck durchzuführen.

 

Kontrollverlust: Das was Drömeltrin erlebt hat, ist unglücklicherweise ein Paradebeispiel dafür, was geschieht, wenn es zum Kontrollverlust im Traumleben kommt. Zuerst verliert man die Übersicht über das Geschehen im Traum, dann fühlt man sich unwohl und wird versuchen die Kontrolle wieder zuerlangen und das Geschehen in Wohlgefallen zu lenken. Wenn das nicht funktioniert bleibt die Flucht aus diesem Traumgeschehen in ein anderes Szenario. Aber wenn auch dies nicht klappt, bleibt man in diesem Alptraum und muss diesen, ironischerweise, wegen seiner luziden Traumfähigkeit besonders intensiv durchleben.

 

Man sollte natürlich nicht pessimistisch an die Thematik des luziden Träumens herangehen und dadurch Angst davor haben, es zu erlernen. Dennoch sollten einem die Risiken klar sein, wenn man sich auf diese Bewusstseinsebene einlässt. Jeder von uns kommt früher oder später in die Situation, einen geliebten Menschen zu verlieren oder sich von einem geliebten Lebewesen zu trennen. Wer kann schon meinen, wie man es verkraftet, wenn man doch sagt, dass in Träumen ungefiltert die innere Gefühlssituation eines Menschen widerspiegelt wird. Einige scheinen es gut zu verkraften. Für andere kann es zum puren Alptraum werden.

 

 

Carsten

28.05.2017

Hörbericht