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Überblick

 


Der Rattenfänger von Hameln

Eine der wohl bekanntesten und ältesten Sagen aus Deutschland:

Der Rattenfänger von Hameln.

Die heute große Stadt Hameln, befindet sich in Niedersachsen und ist nahe der Weser (großer Fluss) gelegen.

 

Das damals kleine Dorf Hameln wurde 1284 von einer großen Rattenplage heimgesucht. An sich, für die damaligen Verhältnisse und den Wissensstand, nichts ungewöhnliches, doch wo eine Vielzahl von Ratten ihr Unwesen treibt, sind auch schon bald Krankheit und Tod zu Hause. Die Bewohner setzten eine Belohnung für denjenigen aus, welcher es schaffte das Dorf von den Nagetieren zu befreien. Der wunderliche Mann, welcher sich auf den Aushang meldete, war schon sehr ungewöhnlich für die Dorfbewohner. Daran war wohl sein Aussehen schuld. Das Obergewand, welches er stolz trug, schien aus einem vielfarbig leuchtenden Tuch zu bestehen. Auch sein spitzer Hut und seine ebenfalls spitzen Schuhe, erstrahlten in denselben, unbestimmten Farben. Er gab an, dass er ein Rattenfänger sei und sich um das Problem kümmern wolle.

 

Die Dorfbewohner sagten ihm die Belohnung zu und so holte er eine lange, außergewöhnliche Pfeife hervor und spielte eine wunderliche Melodie darauf. Zu gleich kamen die Ratten und Mäuse in Scharen zusammen und es schien, als würden diese der Melodie gebannt lauschen. So ging er, die Nagetiere im Schlepptau, zu dem Fluss herunter und alle Plagegeister stürzten sich in die Weser und ertranken.

 

Die undankbaren Dorfbewohner jedoch, weigerten sich ihm seine verdiente Belohnung zu zahlen und so begann der Rattenfänger erneut auf seiner Pfeife zu spielen. Doch diesmal versammelten sich keine Ratten und Mäuse um ihn herum, sondern die kleinen Kinder des Dorfes kamen und lauschten seiner Melodie wie gebannt. So zog er erneut von dannen und alle Kinder folgten ihm.

 

Er führte sie hinaus aus dem Dorf, nach Osten auf einen Berg namens Koppen. Der Berg öffnete sich als der Rattenfänger mit den Kindern näher kam und schloss sich hinter ihnen. Der Sage nach, sollen nur zwei Kinder übrig geblieben sein. Sie verspäteten sich und entkamen so dem Schicksal der verschollenen Kinder. Doch erzählen oder zeigen konnten die den Dorfbewohnern das geheime Tor nicht. Der eine Knabe erblindete kurz nachdem sich das Tor schloss und der andere Knabe wurde stumm. So konnte das Tor niemals gefunden werden und die 130 Kinder aus dem Dorf, waren für immer verschwunden.


So endet die Sage um den Rattenfänger von Hameln. Doch viele Fragen bleiben.

 

Sollte diese Sage lediglich eine böse Warnung sein, an diejenigen die ein Versprechen brachen?

 

Viele Historiker glauben, dass die Sage auf einer wahren Begebenheit beruht. In Hameln erinnert noch die Bungelosen Straße an das grausame Ereignis. Die Kinder sind dabei angeblich, durch die besagte Straße, gelaufen. Seit diesem unglaublichen Vorfall, wurde es verboten, in dieser Straße überhaupt noch irgendwelche Musik zu spielen.

 

Es gibt eine Theorie zu dem Rattenfänger.

 

Man sagt das der Rattenfänger ein Graf (Nicholas von Spiegelberg) gewesen sein soll und die Kinder bloß unzufriedene Jugendliche. Außerdem sollten sie nicht in einem Berg verschwunden sein, sondern auf einem Schiff davon gesegelt sein, dass jedoch nie sein Ziel erreichte und unter ging. Alle Passagiere sollen dabei ums Leben gekommen sein. Es sank angeblich nahe Pommern bei einem Dorf namens Kopahn. Im Lauf der Jahrhunderte soll so der Name Kopahn mit dem Namen Koppen (dem Hügel hinter Hameln) verwechselt worden sein und so entstand die Legende mit dem Hügel, in dem die Kinder mit dem Rattenfänger verschwanden.

 

Was genau passiert ist, könnte uns wohl nur ein Kind oder der Rattenfänger selber berichten. Doch dies dürfte leider unmöglich sein.

 

Eine interessante Frage zu dem Vorfall wäre, warum bis heute in der Bungelosen Straße noch immer jegliche Musik verboten ist. Wenn nichts an der Legende dran wäre und es sich lediglich um eine harmlose Sage handelt, warum ist dann, bis heute, die Musik gerade dort verboten?

 

Mysteriös und ein wenig grausam ist es allemal. Denn der Rattenfänger hätte auch einfach neue Ratten in die Stadt schicken können, anstatt gleich die Kinder mitzunehmen oder?

 

 

Carolina

16.07.2013

Hörbericht


Die grünen Kinder von Woolpit

Eine Legende, aus dem 12. Jahrhundert, machte den Ort Woolpit zu einer Berühmtheit.
Eine Legende, aus dem 12. Jahrhundert, machte den Ort Woolpit zu einer Berühmtheit.

 

   Eher grau und schlicht ist das Ortszeichen von Woolpit gehalten. Rechts ist ein Wolf zusehen und in der Mitte eine Kirche, die in die Höhe ragt. Eine große Zahl prangt unter der Abbildung: 1977. Doch eines sticht besonders ins Auge. Zwei grüne Kinder sind ebenfalls darauf zu sehen. Sie halten sich an den Händen und wirken etwas fehl am Platz. Doch wieso sind die Kinder grün?

Bei der Kirche auf der Abbildung handelt es sich um die Church of St. Mary aus dem Ort. Der Wolf und auch die grünen Kinder gehören zu der berühmten Legende von Woolpit. Diese Legende wurde von Abt Ralph von Goggleshall im 13 Jahrhundert niedergeschrieben (der Vorfall selber, ereignete sich bereits im 12 Jahrhundert).

 

Damals hob man Gräben aus und legte über die Öffnungen Zweige, Äste und Blätter. Die Öffnung war damit nicht sichtbar und so entstand eine Falle für Raubtiere, vor allem aber für Wölfe. Die Gräben hob man um das Dorf herum aus und jeden Tag kontrollierte man diese. Umso erstaunter waren die Dorfbewohner, als man zwei grüne Kinder in der Grube entdeckte. Völlig verängstigt und aufgelöst, trugen sie Kleidung von seltsamer Natur und keiner der Dorfbewohner hatte je zuvor solche Kleidung gesehen. Die Haut der Kinder war grün und sie sprachen eine völlig unbekannte Sprache.

 

Die Dorfbewohner wussten sich nicht anders zu helfen und brachten die verängstigten Kinder zunächst einmal in das Haus des Landbesitzers. Danach versuchten sie, vergeblich, den Kindern etwas zu essen zu geben. Was auch immer sie ihnen auf den Tisch setzten, alles lehnten sie, durch ein energisches Kopfschütteln, ab. Nach wenigen Tagen, die Kinder waren schon schwach und mager geworden, stelle eine Bauersfrau einen Topf voll roher, grüner Bohnen auf dem Tisch. Diese sollten fürs Mittagessen gekocht werden. Sogleich fielen die Kinder gierig über die Bohnen her. Von da an gab man ihnen täglich grüne Bohnen zu essen. Doch der kleine Junge schaffte es nicht. Er war schon zu schwach und nur einige Wochen nach dem Fund der Geschwister, verstarb der Junge. Das Mädchen aber gedieh prächtig. Nach Jahren verblasste ihre grüne Hautfarbe. Sie aß nun auch andere Lebensmittel und bald sah sie aus wie jede andere junge Frau in Woolpit. Außerdem lernte sie die Sprache der Bewohner und konnte bald darauf ihre Geschichte erzählen. 

Sie kamen von weit her. Ihr Land, in das sie bis dahin glücklich gelebt hatte, nannte sich St. Martin`s Land. Dort, so erzählte sie aufgeregt, schien niemals die Sonne. Am anderen Ende des Flusses aber, sahen sie immer das wunderschöne "Land des Lichts", so nannte sie es. Den Fluss konnte man, da die Strömung viel zu stark war, jedoch nicht einfach überqueren. Eine Tages hörten sie die Glocken der Kirche von Woolpit, aus einen dunklen Tunnel dringen. Die Neugier siegte und so gelangten sie in das "Land des Lichts".

 

Natürlich versuchten die Dorfbewohner, mit Hilfe des jungen Mädchens, den geheimen Durchgang zu suchen. Dies dauerte mehrere Tage. Jedoch vergeblich. Gefunden wurde dabei nichts.

Nun im Alter einer stattlichen jungen Frau, soll das Mädchen später einen Mann aus King`s Lynn geheiratet haben und führte ein glückliches Leben, im "Land des Lichts". Als sie starb, nahm sie die Geschichte mit ins Grab. Lediglich die Aufzeichnungen des Abtes zeugen noch von der alten Geschichte.

Es ist durchaus möglich, dass sich die Haut eines Menschen, durch verschiedene Nahrungsmittel, färben kann. Nehmen wie einmal die Geschichte von Christian Roschat, ein gebürtiger Schleswig-Holsteiner. Er nahm Medikamenten und mit diesen durfte er sich der Sonne, ohne Schutz, nicht direkt aussetzen. Der hohe Anteil an Carotin im Karottensaft, sollte ihn zusätzlich vor der Sonne schützen. Doch bald schon trank er zu viel pro Tag und schnell färbten sich seine Gliedmaßen orange-gelblich.

Ebenfalls sehr bekannt ist der Karottensaft dafür, dass durch dem Verzehr die Haut braun werden soll.

 

Die Hautfarbe der Kinder lässt sich dadurch durchaus leichter erklären und hat damit wenig Mysteriöses an sich. Wie sieht es jedoch mit dem eingeschränkten Verzehr von Lebensmittel aus? Nur Bohnen aßen die grünen Kinder. Eine Theorie dazu haben wir schon parat: es könnte daran liegen, dass die Kinder vielleicht einfach nichts anderes in ihrem „Land“ zu essen bekamen und Kinder sind nun mal sehr wählerisch. Was sie nicht kennen, wird dann einfach nicht gegessen.

 

Dennoch ist es seltsam, dass das Mädchen von einem Land ohne Licht erzählte. Natürlich gibt es Länder in denen das, für einige Monate im Jahr, durchaus vorkommt, aber durch einen Tunnel in ein anderes Land zu gelangen ist da schon etwas seltsamer. Außerdem erzählte das Mädchen, dass es in dem Land ständig dunkel war und die seltsame, aber durchaus luftige Kleidung lässt nicht auf ein Land im Schnee schließen. Wo also kamen die Kinder her?

 

Fand hier ein Experiment mit den Bewohnern des „immer dunklen Landes“ statt? Setzte man diese womöglich irgendwo aus und wollte beobachten was passiert? Doch wer sollte so etwas wollen und wer sollte etwas davon haben?

Forscher tun die Legende als einfaches Märchen ab. Ein Märchen, um das kleine Dorf berühmt zu machen. Übrigens: Elfen sollen ebenfalls grünliche Haut besitzen und Bohnen sind angeblich die „Speise der Toten“, aber das nur nebenbei.

Es gibt jedoch auch ein paar Theorien, die nicht gänzlich unmöglich erscheinen. So sollen die Kinder aus einer anderen Dimension zu uns gelangt sein oder das Volk der grünen Menschen lebte tief unter der Erde, in einer Höhle.

Eine einfach erläuterte und plausible Theorie ist die, dass das Mädchen einfach gelogen hat und sich etwas ausdenken musste. Vielleicht weil sie Angst bekam?

 

Man fand heraus, dass ein Graf, der ganz in der Nähe des Dorfes sein Anwesen hatte, die Vormundschaft von zwei kleinen Kindern hatte. Die Kinder waren Geschwister und es handelte sich um einen Jungen und einen Mädchen. Der Herr hatte wohl nichts für Kinder übrig. Er behandelte sie miserabel und war es Leid für die Kinder zu sorgen. Also versuchte er die Kinder, Stück für Stück und Tag für Tag, mit Arsen zu vergiften. Dies ging ihm wohl nicht schnell genug und so setzte er die Kinder einfach aus. Durch das Arsen könnte sich die Hautfarbe der Kinder grün gefärbt haben und womöglich waren die beiden in einem Kerker oder Höhle, unter dem Anwesen, eingeschlossen. Dort sahen und hörte sie, durch ein kleines Fenster, das „Land im Licht“. Für diese Theorie spricht ein entscheidendes Indiz. Das Mädchen erwähnte in keinster Weise andere Bewohner ihres Landes oder gar Eltern. Sie sprach immer nur von sich und ihrem Bruder.

 

Kinder können manche Dinge nicht verstehen oder nehmen Geschehenes anders auf, als ein erwachsender Mensch. Die Fantasie ist bei einem Kind noch sehr stark ausgeprägt und später schwindet diese vollkommen. Erwachsene wissen die Dinge beim Namen zu nennen und versuchen immer realistisch zu denken.

Vielleicht wusste das Mädchen einfach nicht genau wo sie sich befand und konnte so mit nicht erläutern, was eigentlich gerade mit ihr passierte. Später gab sie das geschehene, so gut sie eben konnte, wieder und im gewisser maßen wäre die Legende damit immerhin nicht völlig erfunden. Sie wäre lediglich mit den Worten eines Kindes erzählt worden und die Erwachsenen hätten einfach mal wieder viel zu viel nachgedacht.

 

 

Carolina
01.08.2013

Hörbericht


Gottes Wille

Bei einem Versprechen handelt es sich, laut Duden und Wikipedia, um eine verbindliche Zusicherung etwas Bestimmtes zu tun und etwas Verbindliches ist natürlich auch immer bindend oder? Doch besteht diese Bindung auch über den Tod hinaus? Und wie verhält es sich, wenn diese verbindliche Zusicherung mit Gott geschlossen wurde?

 

Montgomery , Wales  1821:

 John Davies, ein junger Farmer, wurde zum Tode verurteilt. Der Tot sollte durch Erhängen herbeigeführt werden. John war bis dahin ein eher unauffälliger Mann gewesen und sowohl die angebliche Tat als auch das Urteil überraschte die anderen Dorfbewohner. Keiner konnte sich vorstellen, dass John tatsächlich zwei Männer überfallen und ausgeraubt haben soll. Doch die Anklage war eindeutig. John stritt alles ab und gab das Geschehen folgendermaßen wieder:

 

Die zwei Männer überfielen John und raubten ihn aus. Dann schlugen sie ihn zusammen und schleiften ihn in das Dorf. Dort behaupteten die beiden Männer dann, dass John sie überfallen hatte und sie sich lediglich verteidigt hatten. Auch wenn John bis dahin nie etwas Verbotenes getan hatte und ein frommer Mann war, war er Engländer. Damals hatten die Waliser einen gewissen Hass auf Engländer und es dauerte nicht lange, da waren alle von seiner Schuld überzeugt.

 

Der zu Unrecht verurteilte beteuerte auf dem Gerüst des Todes nochmals seine Unschuld. Er sagte folgendes:"Ich bin unschuldig. Und ich sterbe mit der Bitte, Gott möge meine Unschuld beweisen, indem niemals Gras auf meinem Grab wachsen soll."

 

Mit diesen letzten Worten starb er. Später wurde er einfach in eine unbedeutende Ecke des Friedhofs beerdigt. Doch sein Grab, war mit Abstand dennoch das auffälligsten auf den ganzen Friedhof. Warum? Tatsächlich wuchs auf seinem Grab nie auch nur ein Grashalm. Die Leute im Dorf bestaunten das Ereignis und bald kam das Gerücht auf, dass der Mann vielleicht doch unschuldig gewesen war. Was hatte er noch mal gesagt? Gott möge seine Unschuld beweisen? Wachte Gott über das Grab von John Davies?

Nein, das war sicher nur ein Zufall. Er musste schuldig sein. Die Behörden hätten ihr falsches Urteil nie zugegeben und so versuchten sie den Aberglauben zu verhindert und die Behörde ordnete an, eine Grasfläche auf dem Grab auszulegen. Doch so schnell das Gras gewachsen war, so schnell vertrocknete es auch wieder. Danach versuchte man den Boden direkt aufzugraben und Gras dann zu säen. Aber auch dieser Versuch schlug fehl. Das Gras wuchs erst gar nicht. Also beließ man es dabei.

 

Im späteren Zeitalter sollte der Friedhof einer Straße weichen und so machte man den Friedhof kurzerhand platt. Gärtner säten neben der Straße Grasflächen und legten kleine Wege an.

 

Doch die Fläche, unter der immer noch die Leiche des Farmers lag, blieb immer kahl. So sehr sich die Gärtner auch anstrengten, es wuchs nichts auf dem Grab. Man zog schließlich einen Eisenzaun um das Grab.

Noch heute soll in diesem eingezäunten Stück nichts wachsen.

Leider wurde der Farmer nie öffentlich für Unschuldig erklärt und der Vorfall wurde nie eingehender überprüft. Auch die beiden angeblich überfallenen Männer, wurden nie verurteilt oder genauer befragt.

 

Es ist fraglich, ob ein einzelner Mann je auf die Idee kommen würde, zwei Männer zu überfallen und auszurauben. Der Plan war schon vorher zum Scheitern verurteilt und John Davies wurde als vernünftiger Mann bezeichnet. Ich denke, dass einen die Wahrheit hier förmlich ins Gesicht springt, doch für die damaligen Verhältnisse war es gar nicht ungewöhnlich, dass man Gerüchten oder Vorurteilen mehr als Beweisen traute.

Hatte Gott dem Unschuldigen beim Wort genommen? Und ihm seinen letzten Wunsch gewährt, damit alle sahen das er wirklich unschuldig war? Oder ist das alles am Ende eine kahle Lüge?

 


Carolina
26.02.2017

Hörbericht


Falscher Schwur von Christian Friedrich von Kahlbutz

 

Lügen.
Es gibt dazu viele Sprichwörter, die wir nur allzu gut kennen. Da wäre zum Beispiel, „Lügen haben kurze Beine“ oder „Wer einmal lügt dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht“. Aber das sind nur einige von vielen. Manchen ist jedes Mittel recht, um nicht als Lügner enttarnt zu werden. Die einen fangen bitterlich zu weinen an und schieben dem Unschuldigen die Schuld in die Schuhe oder andere schwören sogar, dass sie nichts damit zu tun haben. Doch man sollte nie auf den lieben Gott schwören, denn der sieht und weiß alles und Gott sorgt dafür, dass man am Ende seine gerechte Strafe bekommt.

Auch in diesem Bericht, spielt ein größer, böser Lügner eine Rolle und Gott. Doch fangen wir dazu von vorne an.

Christian Friedrich von Kahlbutz, ein deutscher Edelmann und Ritter. Geboren 1651 und gestorben 1702 (wurde 52 Jahre alt). Es hieß,  in seiner damaligen Zeit sei er ein Tyrann gewesen. Er bestand immer auf das Recht des Feudalherren. Doch um was genau handelt es sich bei diesem makaberen Ritual? Bei diesem Recht, welches es damals  gab und was einem Ritter bzw. Edelmann nicht verwehrt werden durfte oder wo er drauf bestehen konnte, war das Recht der sogenannten ersten Nacht. Wenn seine Untergebenen eine Frau heirateten wollten, musste der Herr zunächst sein Einverständnis geben und dann durfte er, vor dem eigentlichen Ehemann, den ersten Beischlaf mit der Braut vollziehen. Meist ging der Edelmann dabei nicht sanft mit der Frau um und meist war die Frau ebenfalls noch Jungfrau. Der Herr hatte also das Recht, die Braut in der Hochzeitsnacht zu entjungfern oder wie man es heute ausdrücken würde, zu vergewaltigen.

Eine Frau jedoch wehrte sich und war ganz und gar nicht erpicht auf diese Nacht. Sie wies  ihn zurück und wehrte sich vehement gegen diese erste Nacht mit dem Edelmann. Darauf hin, so besagt es die Legende, habe er den Verlobten, der liebliche Frau, aus Rache und Wut brutal erschlagen. Der Fall kam vor Gericht, doch aufgrund seiner eidlichen Aussage, seinem Stand und aufgrund er fehlenden Zeugen, wurde Kahlbutz ohne Strafe freigesprochen. Doch bevor er den Gerichtssaal verließ, soll er folgendes geschworen haben:,, Wenn ich doch der Mörder bin gewesen, dann wolle Gott, soll mein Leichnam nie verwesen.“ Und Gott nahm ihn beim Wort.

Denn als Christian Friedrich von Kahlbutz starb, wurde er in einer Kirche bestattet. Als man 90 Jahre später die Kirche renovieren wollte, stieß man auf den Sarg des früheren Edelmannes. Man öffnete seinen Sarg und zum Erstaunen aller, war sein Körper unversehrt und nicht verwehst. Bis heute nicht.

Man führte eine Autopsie durch, da man glaube, der Edelmann sei einbalsamiert worden, doch bei der Autopsie stellte sich heraus, dass man kein künstliches Mumifizierungsverfahren angewendet hatte.    

Am Ende hat Gott seinen Schwur wohl nicht vergessen und dem Edelmann beim Wort genommen. So konnte man am Ende doch noch sehen, dass er ein Lügner war und ihm jeder Schwur, sogar auf Gott, recht war, um nicht als Lügner enttarnt zu werden. Wäre es anders gelaufen, hätte er Gott da nicht mit hinein gezogen?

Wieso sollte ein Körper sonst eben nicht verwesen und das ganze ohne Hilfsmittel? Dies ist doch eher ungewöhnlich und sehr unwahrscheinlich. Bis heute fängt der Körper nicht zu verwesen an und auch bei der neusten Autopsie, konnte man keine künstlichen Mittel bei dem Toten feststellen. 

Oder ist am Ende eine Legende doch bloß eine Legende? Doch oft, befindest sich in jeder noch so großen Legende, auch ein Fünkchen Wahrheit wieder.

 

 

Carolina
05.04.2015

Hörbericht


Der Aufhocker

 

Ein uralter und schon fast vergessener Volksglaube aus Deutschland. Haben Sie schon einmal etwas von einem Aufhocker gehört?


Den Aufhocker nennt man auch Huckup oder Hockauf. Es handelt sich hierbei um einen Druckgeist. Doch was genau ist eigentlich ein Druckgeist?


Von einem Druckgeist spricht man, wenn man auf einmal eine schwere Last auf einen spürt. Man hat das Gefühl, etwas oder jemanden zusätzlich zu tragen. Als würde etwas Unsichtbares mit seinem ganzen Gewicht an einem hängen. Nicht selten bleibt einem dabei sogar die Luft weg. So schwer spürt man das Gewicht auf einem.

Man glaubte, dass der Aufhocker Wanderern auflauerte und auf sie drauf sprang.  In anderen Erzählungen wird diese Sage noch ausgeschmückt und so wird erzählt, dass der Aufhocker sich zunächst als Hund oder alte Frau ausgab und sein gutgläubiges Opfer begleiten wollte. Dann wächst der böse Druckgeist und springt schließlich auf den Wanderer auf. Meist geschah dies in der Nacht und der Druckgeist lauerte nur an bestimmten Stellen. Er wartete an Bächen, Kreuzwegen, Brücken, Friedhöfen, Hohlwegen oder Wäldern. Das Opfer spürt das Gewicht des Aufhockers, welches mit jedem Schritt wuchs und erschwert so das Vorankommen des Wandersmann. Dies ging bis zum Zusammenbruch oder noch schlimmer, bis zum Tod des Opfers. Mit bloßer Gewalt oder einfachen Tricks wurde man den Aufhocker nicht so einfach los. Der neu hereinbrechende Tag, bis zum Hals in tiefes Gewässer gehen, Hundegebell oder ein langes und aufrichtiges Gebet sollten angeblich helfen.

Doch auch damit war der Aufhocker oder mehr gesagt seine Folgen, noch nicht beseitigt. Wenn man Glück hatte und vom Aufhocker nur völlig entkräftet war, würde man nach diesem Vorfall zusätzlich auch noch krank. Dies war natürlich die Schuld vom Hockauf und gegen die Krankheit konnte man nichts tun. Viele starben, so sagt man sich.

Orte, an dem so ein Aufhocker schon mehreren Wanderern aufgesprungen war und diese tatsächlich danach verstorben waren, mied man. Man machte einen großen Bogen um diese Wege.

 

Doch auch der Aufhocker hatte Vorlieben. Am liebsten soll er Wegelagerern und Dieben aufgehockt haben. Und bei denen Half kein besagtes Ritual. Von diesen Gaunern ließ er erst wieder ab, als die bösen Buben ihr Diebesgut an den ursprünglichen Eigentümer zurückgaben.

 

Die Angst vor dem Aufhocker, soll sein Ursprung jedoch bei den Wiedergängern, also wandelnden Leichen oder wie man heute sagen würde, Zombies haben. Diese sollen den Menschen nach und nach die Lebenskraft entzogen haben. Erst später sprach man dann bei dem Aufhocker von einem Kobold oder (Druck)Geist.

In jeder Mythologie soll immer auch ein Fünkchen Wahrheit stecken. Die damaligen Menschen, verarbeiteten das Geschehene einfach nur anders. Oder hatten sie einfach zu viel Fantasie? Aber macht Fantasie das Leben nicht auch ein wenig aufregender und schöner?

 

 

Carolina
14.07.2015

Hörbericht


Mythen und Legenden aus unserer Umgebung (Eutin)

Jede Region hat ihre Sagen und Legenden. Ob an diesen was wahres dran ist oder sie einfach nur Lehren darstellen sollten, bleibt im dunklen der Vergangenheit verborgen. Auch um und in unserer Heimatstadt sollen merkwürdige und unheimliche Kräfte ihr Unwesen treiben, weshalb wir es uns auch selbstverständlich hier nicht nehmen lassen einen Bericht darüber abzuhandeln. Hier also ein paar Auszüge, die so laut Überlieferung geschehen sein sollen. Viel Spaß.

 

Die Eiche auf dem Galgenberg

 

Auch in der Umgebung von Eutin sollen Hexen ihr Unwesen getrieben haben. Eine Zeit lang so stark, dass die Obrigkeit, um ein Exempel zu statuieren, verdächtige Frauen und Männer hinrichten ließ. Eine alte Frau in Eutin, sie war arm, hässlich und einsam, wurde von ihren Nachbarn der Hexerei beschuldigt. Gründe hierfür waren ein schwarzer Kater, der von ihr freundlich behandelt wurde und nächtliches Husten und Keuchen. Die Alte wurde eingezogen und war praktisch des Todes. Die Wasserprobe auf dem großen Eutiner See bewies ohne Zweifel ihre Schuld, den sie trieb über Wasser. Sie beteuerte hoch und heilig ihre Unschuld, ohne dass sie jemand anhörte. Auf dem Galgenberg versammelte sich eine große Schar Menschen, wo die alte Frau hingerichtet werden sollte. Gestützt auf ihrem kleinen, krüppeligen Stock ging sie den Berg hinauf und sagte:

 

So wahr Gott weiß, dass ich unschuldig bin, so gewiss wird er euch ein Zeichen davon geben diesen Stock grünen lassen!“

 

Sie rammte den Stock in den Boden, wurde zum Galgen geführt und litt den Tod. Kurz darauf grünte der Baum, überlebte den Winter, und wurde jedes Jahr größer und größer, bis er zu einer stattlichen Eiche heranwuchs. In der ganzen Gegend wurde der Baum zum Zeichen der Unschuld. Als der Berg durch Abtrag dezimiert wurde, fiel die Eiche um und ging ein. Darauf hin wurde der ganze Hügel abgetragen.

 

Die weiße Frau auf dem Sandfelde

 

In Eutin lebte einst eine reiche, schöne, aber übermütige Dame, um deren Hand sich alle jungen Leute der Gegend bewarben. Jeden wusste sie durch ihre Reize anzulocken, und jeder glaubte einmal der Glückliche zu sein, der sie bekam. Jedoch verspottete sie jeden und verwies ihn. Zwei Brüder kämpften besonders hart um die schöne Braut. Wenn die Maid einem von beiden mehr zu tat, als den anderen, wurde dessen Eifersucht und Ehrgeiz noch heftiger erweckt. Auf der Jagt sorgte eine böse Macht dafür, dass sie sich gegenseitig erschossen. Da wurde es dem kinderlosen Vater der Dame zu wild und verwünschte sie von der Erde. So verschwand sie vom Antlitz dieser Welt.

 

Wer aber nachts über das Sandfeld zwischen Eutin und Stendorf kommt, dem erscheint sie in langer weißer Kleidung; sie ist noch ganz die schöne, reizende Gestalt wie früher, und mit sehnsüchtigen Blicken ladet sie jeden zum Kusse ein. Wer aber sich ihr nähert, vor dem verwandelt sie sich plötzlich, und ein Scheusal von verwestem Ansehen und tot leuchtenden Augen steht vor ihm. Sie wird jedoch so lange auf dem Sandfelde irren müssen, bis es endlich einer wagt, sie zu küssen.

 

Düster und authentisch aus der Zeit. Es sind regionale Legenden wie diese, die uns lehren sollen zu hinterfragen, nicht zu eitel zu sein. Es hat was wie aus Gebrüder Grimms Märchensagen. Jede Gegend hat sie, seien sie vergessen oder bis in unsere Zeit gerettet.

 

 

Carsten

24.09.2016  

Hörbericht