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Der fliegender Holländer

Rot glühend und furchteinflössend. So wir das Geisterschiff, aus der Legende "der fliegende Holländer", immer wieder von Augenzeugen beschrieben.
Rot glühend und furchteinflössend. So wir das Geisterschiff, aus der Legende "der fliegende Holländer", immer wieder von Augenzeugen beschrieben.

 17. Jahrhundert: Leinen los, Segel hissen und davon segeln. Kein ungewöhnliches oder äußerst seltenes Unterfangen. Zur damaligen Zeit wurden Güter oft über große Entfernung auf Schiffen transportiert. Ab und zu wurden natürlich einzelne Schiffsmitglieder ausgetauscht oder schlimmstenfalls das Schiff und natürlich wurde das Schiff vor jeder großen Reise mit neuen Gütern beladen. Ein Schiff jedoch wird nie den Geist aufgeben und auch die Mannschaft wird in alle Ewigkeit auf Deck ihr Unwesen treiben müssen. Die Rede ist von dem wohl sagenumwobensten Geisterschiff, auch unter dem Namen: "der fliegende Holländer" bekannt. Doch welche Geschichte steckt eigentlich hinter dieser Legende?

 

Der Niederländer Henrik Van der Decken liebte sein Leben als Kapitän. Er hatte eine loyale Mannschaft und war zufrieden mit dieser. An diesem Tag machten sie sich wieder einmal auf, um eine Ladung abzuliefern.  Die Route führte sie von Amsterdam nach Batavia (heute Jakarta). Es verlief alles ruhig und sie waren auf dem richtigen Kurs, doch langsam zog ein beunruhigender Wind auf. Er nahm zusehends an Stärke zu und nur kurze Zeit später, fing das Schiff heftig an hin und her zu schwanken. Die Wellen schlugen so heftig gegen das Schiff, dass alle Mühe hatten nicht über Board zu gehen. Doch der Kapitän gab nicht auf. Er hatte schon öfters einen solchen Sturm miterlebt und auch diesem würde er trotzen. Seine Crew war da anderer Meinung. Sie redeten immer wieder auf den Kapitän ein und versuchten ihn zu Vernunft zu bringen. Dieser Sturm was diesmal eine Nummer zu groß für sie. Henrik Van der Decken lehnte den Rat seiner Crew entschieden ab und so machten sie nicht kehrt.

 

Sein Ehrgeiz war geweckt und so fluchte er gen Himmel: Ich werde den Allmächtigen besiegen und durch diesen Sturm gelangen. Koste es was es wolle. Einige Crew Mitglieder entdeckten plötzlich eine fast unsichtbare Gestalt an Deck und machten den Kapitän darauf aufmerksam. Dieser holte seine Waffe heraus und schoss, ohne zu zögern, auf den Fremden. Daraufhin erhob die unscheinbare Figur die Stimme und sprach laut, dass der Kapitän und seine Crew, niemals mehr Ruhe finden werden. Sie alle sollen auf ewig auf diesem Schiff verdammt sein und all jenen Unheil bringen, die das verfluchte Schiff zu Gesicht bekommen.

 

Das verfluchte Schiff soll unglaubliche Fähigkeiten besitzen. So soll es gegen die Richtung eines Sturms segeln, rückwärts segeln oder auch fliegen können. Außerdem bewegen sich seine Segel nicht im Wind. Auch das Aussehen des Schiffs, passt zu einem verfluchten Geisterschiff. So wird es als dunkel mit blutrotem Mast und Segeln beschrieben.

 

In vielen Legenden zählt lediglich die Geschichte und keiner kann je Beweise für die Sage finden. Doch in diesem Fall ist es ein wenig anders. Auch wenn es sich bei dem Kapitän und seinem Schiff lediglich um eine Legende handeln soll und diese damit auch erfunden sein kann, gibt es viele Augenzeugenberichte die vom Gegenteil überzeugen.

 

März (1939): eine kleine Gruppe sah in False Bay, wie ein Schiff leise und langsam über das Meer schipperte. Nichts Außergewöhnliches? Nun, es war windstill und nach einiger Zeit, verschwand das Schiff plötzlich vor ihren Augen. Es löste sich einfach in Luft auf. Es war kein nebeliger Tag, so das ein verschwinden in solch einem Nebel ausgeschlossen werden kann. Man konnte sehr weit auf das Meer hinaus blicken und sah andere Schiffe noch, bis sie am Horizont klein wie eine Ameise wurden. Dieses Schiff jedoch verschwand einfach, als es noch eine beachtliche Größe hatte.

 

1942 sah eine kleine Familie, wie ein Schiff auf Table Bay zu segelte und einen seltsamen Schimmer hinter sich zurück ließ. Ganze 15 Minuten bestaunten sie das Schiff. Auch in diesem Fall, löste es sich danach einfach in Luft auf.

Im Februar 1857 soll das Schiff ebenfalls im Südatlantik gesehen worden sein. Kurz darauf brach auf dem Schiff, welches den fliegenden Holländer erblickte, ein Feuer aus. Einige Besatzungsmitglieder starben bei dem Unglück. Diese Unheil, nach dem erblicken des fliegenden Holländers, könnte natürlich auch bloß trauriger Zufall sein, doch dieser Zufall ist gering.

 

1881 zwischen Melbourne und Sydney. Ein sehr bekannter Bericht. Deshalb so bekannt, weil eine große Anzahl an Menschen das Phänomen beobachteten und weil einer der Beobachter eine heutige, sehr angesehene  Persönlichkeit ist. Prinz George (Großbritanniens späterer König) war damals 16 Jahre alt, als er das Schiff sah. Er befand sich auf einem anderen Schiff und als er das Geisterschiff erblickte, schrieb er dies sogar in dem Logbuch nieder. Dazu schrieb er, dass das Schiff seltsam rot glühte und gegen die Windrichtung segelte. Auch die übrigen 12 Mitglieder erblickten dieses Phänomen und stützen so die Aussage des Prinzen. Zum Glück erblickte der Prinz das Geisterschiff nicht zu erst. Der Seemann auf Deck hingegen schon und am nächsten Tag stürzte dieser von der Takelage und starb. Auch dieser Unfall könnte bloßer Zufall sein, aber die Tatsache das es ein Tag nach dem erblicken des Geisterschiffes geschah, stützt eben die verfluchte Legende.

 

Wir denken, dass ein Prinz, der schon in jungen Jahren von seinem Volk beobachtet wird, keinen Grund hätte zu lügen. Im Gegenteil, wer sollte ihn noch ernst nehmen, wenn jemals heraus kommen sollte, dass es sich alles bloß ausgedacht hat?

Es gibt noch hunderte von solchen Augenzeugen Berichten und sehr oft passiert nach der Erscheinung ein Unfall mit Todesfolge.

Doch Skeptiker sagen alles nur Humbug. Bei dem Schiff kann es sich nur um eine harmlose Luftspiegelung handeln. Licht wird dabei an der Grenze zwischen Kaltluft und Warmluft scheinbar total reflektiert. Dadurch erscheinen dem Beobachter Objekte, die sich in Wahrheit eben nicht dort befinden. Doch Luftspiegelungen können nicht während eines Sturms oder Gewitters entstehen, doch genau in solchen Situationen wurde das Geisterschiff auch schon des Öfteren beobachtet.

Hinzu kommt noch, dass das Schiff immer wie folgt beschrieben wird: sehr altmodisch und gleicht im Aussehen einem alten holländischen Schiff. Da sogar noch heute Sichtung des Geisterschiffes vorkommen, ist es eher unwahrscheinlich, dass ein so altes Schiff heute noch auf den Meeren segelt. Man könnte die Todesfälle als Beweis des Unglücks darstellen, doch wird dies eher dem Zufall zugeschrieben. Doch da das Geisterschiff bis in alle Ewigkeit dazu verdammt ist auf dem Meer sein Unwesen zu treiben, haben wir noch ein wenig Zeit heraus zu finden, was es wirklich mit dem fliegenden Holländer auf sich hat.

 

 

Carolina

21.07.2013

Hörbericht


Der Seemönch/Seebischof

Der Mensch ist ein Lebewesen, welches seiner Angst gerne Gesichter gibt. In jeder Kultur findet man mystische und sagenumwobene Wesen, die den damals betroffenen Menschen großes Leid oder Segen prophezeit haben sollen. Da ist von verstörenden Sagen die Rede, in der mehrere einfache Dörfler Opfer von Flüchen oder direkten Gewalteinwirkung wurden. Um solch eine mysteriöse Gestalt geht es zum Beispiel bei dem sagenumwobenen Seemönch, auch anders bekannt unter dem Namen Seebischof. Es soll sich um ein magisches Monstrum handeln, was die Fähigkeit besitzt, Gewässer in schwerer Unruhe zu versetzen.

 

Unter den Bewohnern wie auch Seefahrern Skandinaviens war die Legende weit verbreitet. Das teilweise als heilig betrachtete Wesen trat in zwei Formen auf. Entweder es besaß Schwimmhäute, hatte am gesamten Körper Fischschuppen und eine wohl am Kopf angewachsene Mitra oder seine Statur wies nichts Menschenähnliches auf, sondern besaß grobe Tentakeln, die, wie in der ersten Form, ebenfalls schuppig waren aber dafür über einen menschlichen Kopf verfügte. So oder so soll es ein furchterregendes Erscheinungsbild gewesen sein, welches sich einem bot, wenn man eben auf ein solches Geschöpf traf.

 

Groß ist es laut Überlieferung jedoch nicht gewesen, denn es überragte nie eine Größe von ca. 1,60m. Ein Antreffen auf ein solches Wesen wurde nicht als totale Katastrophe betrachtet, auch wenn das Aussehen vom Seemönch darauf schließen lassen könnte. Es soll meist freundlich gewesen sein, unterlag aber ab und zu starken Stimmungsschwankungen, die sich durch Aufbrausen des Meeres äußerten. Auch Beiboote griff es bei Übellaunigkeit an. Für das Kentern oder Havarieren eines Schiffes durch Stürme vor der Küste wurde ausschließlich ein schlecht gelaunter Seemönch verantwortlich gemacht. Auf den nordischen Schiffen gab es sogar oft einen eigens dafür ausgebildeten „Helfer“, der durch einen mit roten Pocken besetzten Stock das Wesen besänftigen konnte. Die Matrosen eines Schiffes führten hierzu einen Tanz auf und der Helfer schwang sein rituelles Werkzeug umher.

 

Der Seemönch oder auch Seebischof ist ein sehr schönes Exempel dafür, dass Menschen gerne fantastische Wesen für Naturkräfte jeglicher Art beschuldigen, um das Geschehene irgendwie erklären zu können. Ein Schuldiger findet sich immer. Ob die Verbildlichung des Seemönchs wohl durch Tierbeobachtungen oder Fehldeutungen zustande kam, kann man heute nicht mehr sagen. Aber ob die Menschen wirklich einmal einen reptilienartigen Humanoiden gesehen und so ein Zusammenhang zu Naturgewalten hergestellten haben, kann nicht ausgeschlossen werden. Schließlich gibt es sehr, sehr viele Fälle, auch aus jüngerer Zeit, wo solche Lebewesen gesichtet wurden. Es wäre möglich, dass der Seemönch nicht nur ein fantastisches Wesen ist, sondern etwas, was in irgendeine Art und Weise wirklich so gesehen wurde.

 

 

Carsten

30.12.2015

Hörbericht