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Überblick

 


In dieser Rubrik wollen wir euch Planeten vorstellen, die vom Menschen besiedelt werden könnten. Verschiedenste Möglichkeiten und Theorien (von uns begutachtet - für Sie verfasst) werden Ihnen vorgestellt. Zum Beispiel, welche Faktoren eine Rolle spielen, wenn der Mensch neue Planeten besiedeln möchte oder welche Planeten überhaupt in Betracht gezogen werden könnten. Nachteile und Vorteile werden natürlich auch unter die Lupe genommen.


Kepler 22b: Ferner Verwandter

Einer der ersten erdähnlichen Planeten die in der ferne des Raums entdeckt wurden ist Kepler 22b. Der Planet könnte der Erde sehr ähnlich sein, hat aber höchstwahrscheinlich ein schwüleres Klima als sie.
Einer der ersten erdähnlichen Planeten die in der ferne des Raums entdeckt wurden ist Kepler 22b. Der Planet könnte der Erde sehr ähnlich sein, hat aber höchstwahrscheinlich ein schwüleres Klima als sie.

2010 soll der Planet Kepler 22b vom Weltraumteleskop Kepler (benannt nach Johannes Kepler, Astronom aus dem 16.-17. Jahrhundert) entdeckt worden sein. Für die Öffentlichkeit wurde er jedoch erst am 5. Dezember 2011 existent. Demnach soll Kepler 22b ein erdähnlicher Exoplanet sein, der für uns Menschen in der habitablen Zone liegt. Zum ersten Mal wurde ein Planet außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt, der bewohnbar sein könnte. Hier ein paar kurze Angaben zu diesem Planeten:

 

Name: Kepler 22b

Größe/ Durchmesser: ca. 30.500 km (2,4-facher Durchmesser der Erde [ca. 12.700 km])

Sonnenart/Spektralklasse: G5 (unsere Sonne: G2V,

größer, habitable Zone, Abstand unterschiedlich)

Temperatur: -12°C – 27°C (Äquatornähe: 22°C Durchschnittstemperatur, flüssiges

Wasser kann vorhanden sein)

Atmosphäre: Wahrscheinlichkeit einer

Erdähnlichkeit 75% (Gaszusammensetzung)

1 Jahr: 290 Tage (Kepler 22b ist der “Sonne“

näher als die Erde. Erde: 365 Tage)

1 Tag: Nicht bekannt

Entfernung zur Erde: 600 Lichtjahre

 

Über genaue klimatische Gegebenheiten ist nichts bekannt. Alles ist auf Zahlen und kompetenztheoretischen Annahmen aufgebaut. Theoretisch kann angenommen werden, dass Kepler 22b eher schwüleres Klima besitzt. Größere Planeten, besonders in so idealer Lage zu einem Stern, haben eine besonders gute Chance wasserreiche Vorkommen zu besitzen. Aber die interessanteste Frage ist doch, wie Menschen dorthin gelangen könnten. Denn dieses Unterfangen ist ziemlich kompliziert und nicht ungefährlich.

 

Das erste Problem: Handelt es sich um ein Gasplaneten oder ein Gesteinsplaneten?

Wenn Kepler 22b ein Gasplanet wäre, wie der Jupiter beispielsweise, dann ist eine Hinreise unnütz. Unsere Erde ist ein Gesteinsplanet mit Kontinentalflächen. Auch wenn es sich bei Kepler 22b um einen Ozeanplanet handeln könnte, wäre dies das kleinere Übel. Ozeanplaneten dürften so gut wie gar keine Kontinente oder Inseln aus Gestein besitzen, sondern höchstens aus Eis. Auf Ozeanplaneten ist ebenfalls, wie auf der Erde, Leben möglich, Theoretisch auch intelligentes Leben. Das bringt uns zum nächsten Problem.

 

Nummer Zwei: Ist der Planet bewohnt? Und wenn ja, dürften wir ihn besiedeln?

Kepler 22b könnte wesentlich jünger sein, als die Erde. Die Tatsache, dass größere Planeten länger brauchen, um ihre Maße zu strukturieren und folglich auch leben zu entwickeln, spricht dafür, dass es zwangsläufig kein intelligentes Leben auf Kepler 22b geben muss. Aber das ist nur eine Theorie.

Wir Menschen wissen gar nicht, ob wir das beste Modell für Leben sind. Höchstwahrscheinlich sind sehr viele Faktoren für das beschleunigte oder verlangsamte Entwickeln von Lebensorganismen auf Planeten verantwortlich. Hinzu kommt der unberechenbare Zufall von Entwicklungszeit und technologischer Überlegenheit . Nehmen wir an, eine intelligente Lebensform auf einem anderen Planeten hat die Elektrizität in ihren Entwicklungsgeschichte zu einem früheren Zeitpunkt entdeckt, oder noch erstaunlicher, sie hat zu fort eine bessere Energiequelle entdeckt.

Dann sind sie uns weit voraus. Dazu könnten sie eine weniger aggressive Lebensform als wir sein, was auch die technologische Entwicklung tief beeinflussen kann. Also könnte es auch sein, dass wir von diesen Lebewesen gar nicht die Erlaubnis bekommen, uns auf Kepler 22b anzusiedeln.

 

Wie lange dauert es, von der Erde zu Kepler 22b zu reisen? Mit heutigen Mittel würde so eine Reise ca. 57.000.000 Jahre dauern! Also “momentan“ unmöglich. Man müsste schon Raum und Zeit überwinden, um Kepler 22b zu erreichen. Die Idee ein Raumschiff zu entwickeln, was eine so große Distanz überwinden kann, menschliches Leben mit wenigen Einschränkungen ermöglicht, dazu so viele Generationen und Familien beherbergen kann, sodass es für mindesten 57.000.000 Jahren kein Inzest gibt, kommt geradezu einer Jahrhundertaufgabe gleich. Hinzu kommt, dass es auf engem Raum (erst recht bei 57.000.000 Jahren) zwangsläufig zu Epidemien kommt.

 

Ein neuer Planet kann außerdem Bakterien besitzen, gegen die der Mensch nicht immun sein könnte.

Oder der Mensch schleppt ein neues Bakterium auf den Planeten ein, das alles vorhandene Leben auslöscht. Schon auf der Erde war Folgendes zu beobachten, als Kolonisten den südamerikanischen Raum unterwerfen wollten. Die Ureinwohner bekamen die Krankheiten, die es bisher nicht auf dem Kontinent gab. Es gab zu dieser Zeit viele Tote, bis die Einheimischen, nach einer Flut von Ansteckungen, immun wurden. Also muss sich, wenn Menschen sich auf den Planeten ansiedeln wollen, eine Immunitätsforschung im Raumschiff befinden, die Impfstoffe und auch Vorgehensweisen entwickelt, um die eventuell bestehende Leben auf dem Planeten zu schützen.

 

Es gibt also sehr viele Faktoren, die beachtet werden müssen, um neuen Lebensraum für Menschen zu erringen. Aber vielleicht sollten wir erst einmal unsere eigene und einzige Erde vor dem Kollaps bewahren, bevor wir andere Planeten durch Eroberungen möglicherweise zerstören. In den nächsten Kapiteln wollen wir die Problematik der Vorgehensweise näher durchleuchten. Der Mars bietet sich dazu am besten an, weil dieser Planet höchstwahrscheinlich zuallererst vom Menschen ernsthaft besiedelt wird.

 

 

Carsten

04.09.2013

Hörbericht


Der Mars

Um intelligentes Leben zu entwickeln, ist der Mars zu abweisend. Jedoch könnte der Mensch in naher Zukunft den Planeten besiedeln. Aber was ergeben sich für Vor- und Nachteile?
Um intelligentes Leben zu entwickeln, ist der Mars zu abweisend. Jedoch könnte der Mensch in naher Zukunft den Planeten besiedeln. Aber was ergeben sich für Vor- und Nachteile?

Die Besiedlung des Mars wird wohl einer der größten Momente dieses Jahrhunderts werden. Doch ergeben sich durch diesen Wunsch, eine zweite Erde zu strukturieren, neue Gefahren, die vom Menschen selber und von der Naturkraft des Planeten ausgehen. Der nahe verwandte ist für die Menschheit höchstwahrscheinlich die erste Möglichkeit, um eine fremd planetaren Kolonisation durchzuführen. Hier die bekannten Fakten zum “Roten Planeten“:

 

Name: Mars

Größe/ Durchmesser: ca. 6.780 km (0,53 -facher

Durchmesser der Erde: ca. 12.700 km)

Sonnenart/Spektralklasse: G2V (unsere Sonne)

Temperatur: -55°C – 17°C (Durchschnittstemperatur: ca.-33 °C, starke Schwankungen sind vorhanden)

Atmosphäre: Erdähnlichkeit-Wahrscheinlichkeit: 30% (überhöhter Kohlenstoffdioxidgehalt: 95,3 %, sehr geringer Sauerstoffanteil)

1 Jahr: ca. 687 Tage (Erde: 365 Tage)

1 Tag: ca. 24 ½ Stunden (ca. 1470 Minuten)

Entfernung zu Erde: Schwankend, zwischen 56 und 401 Millionen km

 

Das eine Problem bei der Besiedlung des Mars wird sein, dass man sich dem bestehenden Klima anpassen muss und das andere, dass lebenswichtige Standards, wie Atemluft und Frischwasservorräte vorhanden sein müssen. Das weitreichende Ziel wird es sein, dass man den Mars über Jahrzehnte, wenn nicht über Jahrhunderte nachhaltig kultiviert. Aber bei den einfachsten Angelegenheiten bilden sich schon erste Probleme. Der Boden des roten Planeten ist stark Eisenhaltig. Er ist gewissermaßen oxidiert. Der aus größten Teil bestehende Basaltboden ist also säuerlich. Man müsste auf den Mars ein Gebäudekomplex errichten, der nur dazu dient Atemluft, Trinkwasser und neutrale Erde aufzubereiten.

 

Die Versorgung wird das A und O sein bei dieser Mission. Die Erstankömmlinge müssten daher eigentlich Spezialisten ihres Gebiets sein, um eine Art Basis aufzubauen. Die Idee, die Raumschiffe, die die Strecke zum Mars zurücklegen sollen, Universell zu Bauen, ist einer der Favoriten. Bei der Überreise, die mindestens 250 Tage dauern würde, müsse das Raumschiff alle nötigen Anforderungen erfüllen, aber bei der Landung zu einem kuppelartigen, robusten und luftdichten Gebäude umgewandelt werden. Das ist keine leichte Aufgabe. Hinzu kommt, dass es keine praktischen Beispiele gibt, die man anwenden könnte, um so ein Unterfangen zu erleichtern. Es gibt nur die Theorie. Wenn es nicht funktioniert, dann war die ganze Arbeit umsonst, und das Thema “Mars Besiedlung“ wird mit einem Schatten belegt.

 

Eine Gewähr, dass man auf der reise nicht verunglückt oder man auf dem Mars überlebt, ist nicht gegeben, es bleibt ein Restrisiko bestehen. Das Klima ist unglaublich extrem. Bittere Kälte, heftige Stürme oder Oberflächenhitze sind keine Besonderheit. Aber genug von den Problematiken, gibt es schon realistische Ansätze zur hinreise? Diese Frage kann man leider wohl vorerst mit Nein beantworten. Möglichkeiten gibt es, aber sie werden in dieser Gegenwart kaum in Betracht gezogen, sei es aus wirtschaftlichen oder finanziellen Gründen. Die angesetzte private “Mars One“ Mission ist aus unserer Sicht mit Vorsicht zu genießen. Die Pläne, die zur Besiedlung ausgearbeitet wurden, sind zwar realistisch, dennoch gibt es den kleinen, aber feinen unterschied, dass es keine Absicherung, kein Rückfahrticket gibt.

 

Das ist im pragmatischen Gedanken zwar Sinnvoll, weil es ja in der ersten Zeit kein Raumverkehr geben wird auf dem Mars, aber es heißt auch, dass die Mission nicht scheitern darf. Wie wir aber wissen, kann man ein gelingen dieser Mission nicht Garantieren. Es ist kein direkter Zweifel, aber auch keine direkte Zusprechung. Die abfahrt soll 2023 beginnen. Die darauffolgende Reise soll ein knappes Jahr andauern. Der Zeitraum, worin alles geplant wird, ist ziemlich klein. Man muss die Astronauten nicht nur auf Risiken vorbereiten und sie auf ihren Gebiet spezialisieren, sondern auch eine psychische Eignung feststellen, beziehungsweise beibringen. Das größte Risiko, so viele Forscher, geht nicht von technischen oder natürlichen Risiken aus, sondern vom Menschen selbst.

Der menschliche Geist verändert sich, wenn dieser zu wenig Abwechslung hat und auf engsten Raum mit anderen Menschen leben muss. Verschiedenste Forschungen zeigen, dass nach kurzer Zeit Menschen anfangen sich primitiver und impulsiver als normal zu verhalten, wenn sie in einem Geschlossenen Bereichen, abgeschottet von der Zivilisation leben.

 

Wie schaut die Zukunft aus, wenn die Marskolonisation glückt? Was wird aus der Erde und aus dem Mars? Die Besiedlung eines neuen Planeten verändert den Sinn hinter alte und neue Welt völlig. Der Mensch neigt meist dazu altes hinter sich zu lassen, wenn dieses zu lästig ist. Der Zustand der Erde ist, machen Sie sich nichts vor, kritisch im Wandel, und dass nicht zugunsten der menschlichen Zukunft. Die Flucht vor dem Heimatplaneten könnte langsam aber stetig kommen. Der ehemalige Heimatplanet zerfällt, und wird vergessen. Dieser Gedanke ist zwar im Moment nicht vorstellbar, aber könnte in Zukunft Wirklichkeit werden. Stellen Sie sich die Frage, wäre es möglich, dass wir unseren Planeten nur solange ausbeuten wie nötig, bis wir einen neuen gefunden haben?

Falls der Mars wirklich Besiedelt wird, dann muss man auf der Hut sein, dass kein tieferer und unverzeihlicher Sinn dahinter steckt. Die Zukunft wird es zeigen.

 

 

Carsten

21.11.2013

Hörbericht


Meteoriten und Asteroiden aus unserem Sonnensystem

Meteoriten. Durchs All fliegende Gesteinsbrocken. Meist schon seit Jahrtausenden unterwegs oder sogar schon seit einer satten Million oder Milliarde Jahre. Rohe, unberührte Überbleibsel der Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems oder schweigsame Zeugen einer anderen Welt. Ab und zu landen welche von ihnen auf der Erde und geben ihre Herkunft preis. In diesen Bericht wollen wir allgemein auf Meteoriten eingehen, die sich um unser Sonnensystem aufhalten, dort entstanden sind und auch teilweise bedeutende Veränderungen anrichteten.

 

Im Laufe der Erdgeschichte kam es immer zu Außeneinwirkungen durch Meteoriten und Asteroiden. Einer der ersten bedeutendsten Einflüsse war wohl die Anfangszeit unseres Sonnensystems, unserer Erde. Unzählige Meteoriten und Asteroiden stürzten auf unseren noch sehr kahlen und etwas kleineren Planeten. Die meisten Planeten unseres Sonnensystems zogen die einzelnen Gesteine an. Sie absorbierten sie gerade zu. Viele der Meteoriten oder Asteroiden blieben jedoch auf einer Bahn abseits der Planeten. Der Asteroidengürtel, der sich grob gesagt zwischen der Planetenbahn vom Mars und Jupiter befindet, ist eine Art Sammelbecken für die Gesteinsbrocken.

 

Ab und zu jedoch tanzt jemand aus der Reihe oder reiht sich erst gar nicht ein in dieses Gebilde. Viele Meteoriten, wie Asteroiden, schwirren um/in unserem Sonnensystem herum. Manche verlassen es sogar ganz, um irgendwann wieder aufzutauchen oder in die Unendlichkeit des Alls zu verschwinden. Wie gesagt, manche bleiben aber auch im Sonnensystem und richten, je nach Flugbahn, schaden an. Der Mond beispielsweise, so die gängige Theorie, soll nur entstanden sein, als ein Objekt, ähnlich der Größe des Mars, die Ur-Erde, also die Protoerde, vor 4,5 Milliarden Jahren traf. Eine Art Teilung wenn man so will. „Unsere“ Welt wäre eine andere, wenn der Mond die Gezeiten der Erde nicht beeinflussen würde, so viel ist sicher.

 

Die Evolution, hätte einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Es sei denn sie wäre von anderen Dingen beeinflusst worden. Das ist aber ein anderes Thema. Diese Faktoren darf man nicht unterschätzen. Die ganze Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems besteht aus Zufällen. Kein „Gott“ hätte diese beeinflussen können, oder? Eines ist gewiss, ohne diese Ereignisse wäre unsere Erde wohl ein ganz anderer Planet geworden. Vielleicht wäre er sogar tot und kahl wie der Mars.

Der Zufall will es, dass wir gleich drei Schutzpatronen, in Form von Jupiter, Mars und Mond haben. Der Jupiter blockt die meisten Meteoriten und Asteroiden ab. Der Mars und der Mond tragen auch ihre Arbeit dazu bei.

 

Dennoch gibt es eine relativ niedrige Wahrscheinlichkeit für die Erde von einem Asteroiden getroffen zu werden. Bestes Beispiel hierfür ist das Aussterben der Dinosaurier. Ein Meteoriteneinschlag oder ein Asteroideneinschlag hat mit hoher Wahrscheinlichkeit das große Aussterben der Dinosaurier herbeigerufen. Ersteres bezieht mit ein, dass dies mit einem damit verbundenen Vulkanismus einherging. Zweitens hätte das Aussterben auf „einen Schlag“ hervorgerufen, so die Theorie. Die Erde wird irgendwann erneut Bekanntschaft mit solch einem Ereignis machen. Sei es nach dem Ableben der Menschheit oder währenddessen.

 

Aber genug mit den allseits bekannten Fakten der Erdgeschichte. Manche Meteoritenfunde (bezogen auf Meteoriten die aus unserem Sonnensystem stammen) sind schier einzigartig und gerade zu unglaublich. Die meisten Meteoriten (jeden Tag fallen hunderte auf die Erde herab) verglühen in der Atmosphäre oder sind nur schwer sondieren. Hier zwei Fälle die besonders interessant sind.

 

Da wäre z.B. der Meteorit von Dachau der schon in 1956 von einem Bauernsohn auf dem Acker entdeckt wurde. Da er eine besondere Färbung besaß und schwerer war als die normalen Gesteine der Umgebung wurde er aufgelesen und weiter begutachtet. Die Familie und ein bekannter kamen auf die Idee den „Stein“ mit einer Flex-Maschine anzuschneiden. Es flogen Funken. Kein Wunder, denn der Brocken beinhaltetet diverse Metalle. Dann geriet der Meteor vorerst in Vergessenheit, ohne seine genaue Herkunft zu erkennen.

 

Fast wäre er sogar für eine Geröllwand als Findling genutzt worden und landete auf einen Findlingshaufen in der Nähe des Hofes. Durch Zufall wurde er dann vom Besitzer im April 2014 wieder entdeckt und weckte seine Neugier erneut. Durch das Internet konnte Hans Hartel den Stein tatsächlich als Meteorit identifizieren. Daraufhin wurde dieser ins Labor zur Untersuchung geschickt. Man fand unter anderem heraus, dass der Meteorit aus der Entstehungszeit des Sonnensystems stammen muss. Er lungerte sozusagen 4,5 Milliarden Jahre in der Nähe des / im Sonnensystem herum, bis er auf die Erde herabstürzte.

 

Unglaublicher Zufall und äußerst selten dazu. Der nächste Fall ist noch seltener Natur oder eher gesagt noch absurder. Marsmeteoriten existieren nämlich auch. Der letzte, der gefundene wurde, stammt aus der Sahara und wurde von Beduinen entdeckt. Solche Meteoriten entstehen nur, wenn ein größeres Objekt auf den Mars stürzt, Gesteinsbrocken ins All geschleudert werden und diese es bis auf den Boden der Erde schaffen. Das Alter, der von Beduinen entdeckten Steins, lässt sich auf 4,4 Milliarden Jahre datieren. Ermittelt wurde dies von US-Forschern von der Florida State University. So fand man heraus, das die Marskruste nahezu gleichzeitig mit der des Mondes und der Erde entstanden sein muss. Das ist sehr erstaunlich.

 

Das lässt auch den Gedanken zu, dass es auf dem Mars leben gegeben haben könnte oder wenigstens Anfangsformen dieser Art. Wenn man bedenkt, dass diese Meteoriten schon viel, viel länger als die gesamte Dauer unserer Zivilisation umherirren, dann betrachtet man das mit viel Ehrfurcht. Unsere Geschichte ist sehr vergänglich, zeitlose Dinge im All zwar auch, aber sie haben eine längere Chance wahrgenommen zu werden. Meteoriten und Asteroiden erzählen uns viel über unsere Vergangenheit und können Altes weichen und Neues beginnen lassen.

 

In weiteren Berichten zu Meteoriten und Asteroiden behandeln wir auch diese, die von viel weiter zu uns dringen oder in die Nähe unseres Sonnensystems kommen. Können sie uns noch mehr sagen? Gibt es Asteroiden mit merkwürdigen Funksignalen? Gibt es auch „Boten aus fremden Welten“ dieser Art? Im Weltall gibt es viele Dinge, die die meisten von uns überfordern oder nicht beachten, da über sie nicht berichtet oder gesprochen wird.

 

 

Carsten

09.03.2015

Hörbericht


Gliese 832 C

Durch die Bemessung der Radialgeschwindigkeit um Gliese 832 wurde Mitte 2014 Gliese 832c entdeckt. Es soll sich hier um eine Supererde handeln. Einen Planeten also, der zwar um einiges größer sein soll als die Erde, sich aber in der habitablen Zone bewegt und somit könnten auch auf diesem Planten ideale Lebensbedingungen herrschen. Gliese 832c ist nicht nur nicht nur wegen seiner Größe sehr attraktiv zur Besiedlung, sondern auch wegen verschiedener Faktoren, wie wir im Steckbrief sehen werden:

 

Gliese 832c

Größe/Durchmesser: ca. 67.890 km (5,4-facher Durchmesser der Erde [ca.12.700 km])

Sonnenart/Spektralklasse: M1.5V (unsere Sonne: G2V, kleiner, habitable Zone, Abstand sehr unterschiedlich)

Temperatur: ca. -4°C – 52°C (Äquatornähe: 39°C Durchschnittstemperatur, flüssiges Wasser kann vorhanden sein)

Atmosphäre: Wahrscheinlichkeit einer Erdähnlichkeit: ca.80% (Gaszusammensetzung)

36 Tage - Gliese 832c Umlaufzyklus ist sehr schnell.

Erde: 365 Tage;

Nicht bekannt (durch schnelle Überwindung der Strecke werden längere Tage erwartet: zwischen 127 und 387 Stunden,

16 Lichtjahre

 

Wie bei jeden erdähnlichen Planeten der weiter als 5 Lichtjahre entfernt ist, sind auch hier die Angaben zu Temperaturen und Zeit rein kompetenztheoretischer Natur. Gliese 832c wird durch seine enorm schnelle Umlaufbahn zu seinem Gestirn einer turbulenten Klimaschwankung unterworfen sein. Die Tage sind sehr viel länger als auf unserer Erde. Dafür gibt es nur 36 davon. Die Bestimmung der Zeit müsste auf dieser Supererde Gliese 832c so abweichend sein, als auf der Erde, dass sie neu definiert werden muss. Wettervorhersagen wären viel komplizierter zu treffen, als auf der Erde. Da ein Tag absurd lange dauert und das Klima durch die schnelle Bewegung des Planeten plus Rotationsachse zu Gliese 832 sich blitzartig ändert, müssten Vorhersagen betreffend des Wetters fast stündlich aktualisiert werden.

 

Wie die klimatischen Bedingungen in jeweiligen Gebieten auf dieser Supererde ausfallen werden, ist umstritten. Es kann sein, dass in einer Region gemäßigtes Wetter herrscht, hinter den nächsten Bergen kann es schon wieder brütend heiß sein. Da Gliese 832c um ein paar Erden größer ist als unser Heimatplanet, fallen die Ausmaße von Bergen, Seen und Meeren höchstwahrscheinlich größer aus. Alles würde dem Menschen riesig erscheinen, bemessen an der Erde. So kann es sein, dass Menschen nur auf einer Hälfte eines Kontinents leben können, da auf der anderen Seite, entweder begrenzt von Bergen oder Gewässern, klimatische Extreme herrschen. Andauernde Hitzewellen oder anhaltende monsunartige Regenfälle.

Wie wird der Mensch eigentlich auf diese Gegebenheiten reagieren? Heftige klimatische Schwankungen sind Risiken, aber wie schaut es mit den Lebensrhythmus aus? Ein Mensch kann nicht über hundert Stunden wach bleiben. Evolutionär sind wir den Zeiten der Erde angepasst. Menschen auf Gliese 832c müssten in Schichten schlafen und arbeiten. Hier werden Dunkelkammern mit spezieller Ausstattung benötigt, damit der Mensch nicht in körperlichen und geistlichen Störungen verfällt. Und die echten Nächte von Gliese 832c? Diese werden auch mehre Stunden andauern. Es müsste ganz genau ausgerechnet werden, welche Person wie lange schläft und wach ist. Diese müsste an einem Tag auf Gliese 832c (nehmen wir den größten Wert aus der Tabelle) 16 mal am Tag 8 Stunden schlafen, damit ihr Biorhythmus nicht kollabiert oder überfordert ist.

>Oder ist der Mensch fähig sich an so einem extrem veränderten Rhythmus zu gewöhnen? Keiner weiß es so genau. Es ist eine Studie, die über Jahre, egal ob in Erd- oder Gliesejahren, andauern würde. Gliese 832c ist, anders als bspw. Kepler 22b mit seinen 600 Lichtjahren, nur 16 Lichtjahre entfernt. Eine Reise zu Gliese 832c würde mit heutigen Mitteln (Stand 2015) ca. 1.520.000 Jahre dauern. Auch wenn das eine unvorstellbare Zeit ist, ist sie verhältnismäßig gering. Wie im Bericht zu Kepler 22b erwähnt ist es relativ schwer ein Raumschiff zu entwickeln, dass eine so riesige Distanz mit anhaltender Geschwindigkeit gefahrlos zurücklegt ohne dass seine Insassen, aus welchen Gründen auch immer, dahinscheiden. Außerdem sollte man, bevor Gliese 832c angeflogen wird, klären, ob dieser nicht schon von einer intelligenten Spezies bewohnt ist. Dies alles ist Zukunftsmusik. Wir wissen, dass Gliese 832c existiert. Aber was hilft uns das, wenn er momentan unerreichbar ist?

 

 

Carsten

15.11.2015

Hörbericht


KIC 8462852 (Tabbys Stern)

Das Material für diese Rubrik wird wohl für längerer Zeit nicht allzu knapp werden. Denn seit dem letzten Bericht (am 15.11.2015) stieg die Zahl der Exoplaneten (also eventuell erdähnliche Planeten) von 6 auf 34! Eine Steigerung von über 500% ! Die vorher als Rarität betrachtete Erde ist gar nicht so einzigartig, wie uns die alte Weltanschauung (oder eher Universumsanschauung) weismachen wollte.Aufgeschlossene Menschen des 21. Jahrhunderts dürften jetzt nun mehr die heiligen Bücher belächeln, denn selbst die optimistischsten Berechnungen der Wissenschaftler sind von den Entdeckungen des populären Langstrecken-Weltraumteleskops Kepler übertroffen worden. Außerhalb unserer Erdsphäre, das sollte nun auch der letzte Hinterwäldler zur Kenntnis nehmen, befinden sich größere und kleinere Verwandte unseres Planeten. Und das ist Fakt!

 

Diese Rubrik soll sich aber um neue Erden, und nicht um die Bloßstellung veralteter Ideologien “drehen“. In den nächsten Abhandlungen dieser Rubrik werden wir versuchen zwei (oder mehrere) sich ähnelnde Exoplaneten in Berichten darzulegen. Denn, wenn wir ehrlich sind, so schnell kommen wir gar nicht mit unseren Recherchen hinterher.

Aber gut. In diesem Bericht wollen wir zunächst nicht auf einen der “regulären“ Exoplaneten eingehen, sondern auf die unerklärlichen Lichter von KIC 8462852, oder auch bekannt unter dem umgänglicheren Namen Tabbys Stern. TS ist ein sogenannter Hauptreihenstern der Spektralklasse F. Er ist insgesamt 1480 Lichtjahre von uns entfernt, was verglichen zu den meisten Planetoiden in der Exoplanetenliste sehr weit entfernt ist. Der springende Punkt bei diesem Gestirn ist auch nicht seine Bewohnbarkeit, denn Kepler hat in seiner Nähe keinen für „uns“ lebensfreundlichen Planeten entdeckt, sondern etwas ganz anderes.

 

Als Kepler dieses Areal näher beäugte, wurden nämlich merkwürdige Lichtphänomene gesichtet, die so bisher bei keinem anderen Stern verzeichnet wurde. Da diese Anomalie zwar vermerkt, aber nicht weiter von besagten Weltraumteleskop analysiert wurde (Kepler ist hauptsächlich auf der Suche nach Exoplaneten), gab es einige Anstrengungen von unabhängigen wie staatlichen Institutionen den Tabbys Stern genauer unter die Lupe zu nehmen. Eine Crowdfunding-Kampagne wurde ins Leben gerufen, um ein fähiges Teleskop finanziell so auszustatten, dass es für längere Zeit auf TS ausgerichtet werden konnte.

 

Diese Begutachtung brachte jedoch erst die große Irritation, auf die es keine passende Antwort gab.

Das Kepler-Teleskop stellte eine nicht periodische Helligkeitsreduzierung fest, die 22% betrug, aber nach kurzer Zeit wieder auf Normalwert zurückging. Die am Anfang wahrscheinlichste Erklärung einer Kometenerscheinung konnte beim zweiten, genaueren Blick auf KIC 8462852 getrost verworfen werden. Die Lichtirritation scheint zunächst willkürlich, doch dem ist nicht so. Der Wert der Lichtstrahlung schwankt zwar erheblich, kehrt aber immer zum Anfangswert zurück. Dieses Prozedere wiederholte sich, wie ein mit Kurbel betriebenes Schattenspiel.

Benjamin Montet und Joshua Simon, beide Astronome stattlicher Einrichtungen der USA, die ihren Forschungsschwerpunkt in diesem Phänomen sahen und einen Fachartikel dazu veröffentlichten, kamen zu dem vorläufigen Ergebnis keine plausibel Erklärung hierfür zu haben. Die Erscheinung wird jedoch mit weniger Intensität als zuvor weiter beobachtet. Manche Forscher scherzten über die Ergebnisse der Beobachtung und spekulieren, vielleicht sei es eine außerirdische Zivilisation, die sich so bemerkbar machen wollte.

Bemerkbar vielleicht nicht, aber vielleicht unabsichtlich auf sich aufmerksam macht. Eine andere Idee, die die Theorie um intelligentes Einwirken oder Ausüben dieser Lichteffekte miteinbezieht, ist die der Dyson-Sphäre. Kurz herunter gebrochen handelt es sich hierum um ein hypothetisches Gebilde, erdacht von Freeman Dyson, dass die Energie eines Stern durch Reflexion bzw. Absorption durch ein Geflecht von Energieträgern um besagten Himmelskörper Unmengen an Energie erzeugen könnte. Die so abgefangene Energie, die vom Stern (also einer Sonne) als natürlicher Prozess der Verbrennung entsteht, wird teilweise davon abgehalten, als Infrarotstrahlung im Weltall (also außerhalb eines Gestirns), verloren zu gehen. Wenn man so will “grüne Energie“ für Fortgeschrittene. Die Anfälligkeit und die damit zwanghaft einhergehende wissenschaftliche Ausgereiftheit solch einer Konstruktion ist, gelinde gesagt, für uns unrealisierbar. Physikalisch wäre es möglich, so Freeman Dyson und andere seines Lehrbereichs. Verbunden sind damit aber hohe Instandsetzungskosten und das Problem, wie man die Energie zu dem bewohnten Planeten befördert.

 

Aber das ist ein anderes Thema. Ein so unvorstellbar großer Komplex wäre wohl möglich in der Lage solche Lichterscheinungen hervorzubringen. Die Frage ist aber, wollen Wir so etwas wahrhaben oder lieber nicht. Die Angelegenheit des Tabbys Stern wird eher wieder vergessen, als das man sich tatsächlich eingestehen muss, dass da was ist, was so ähnlich ist wie wir, wenn nicht vollkommen überlegen und fortgeschritten. Doch TS ist 1480 Lichtjahre weit entfernt. Unerreichbar und weit genug weg von der heilen Welt von uns Menschen.

 

 

Carsten

03.10.2016

Hörbericht