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Überblick

 


Auf der Suche nach "Z" verschollen

Spurlos verschwunden im Dschungel: auf der Suche nach der Stadt ,,Z" verschwanden Colonet Percy Harrison und die Crew 1925 ohne Wiederkehr! Keiner weiß genau, ob sie die legendäre Metropole gefunden haben.
Spurlos verschwunden im Dschungel: auf der Suche nach der Stadt ,,Z" verschwanden Colonet Percy Harrison und die Crew 1925 ohne Wiederkehr! Keiner weiß genau, ob sie die legendäre Metropole gefunden haben.

Auf der Suche nach irgendetwas zu verschwinden, ist ein wahrer klassischer Fall. So manches Geheimnis hält sich wacker und will meist, auf sehr merkwürdiger Art und Weise, nicht enthüllt werden. So gibt es auch verschiedene Bauten und Objekte, die mit einem Fluch oder einer schlechten Aura belegt sind.

 

Natürlich kann man darüber streiten, ob Personen zur falschen Zeit am falschen Ort waren oder schlicht und einfach Pech hatten. Eine gute Begebenheit zu diesem Thema ist die Suche von Colonel Percy Harrison nach der Sagen umwobenden Stadt namens ,,Z“.

 

Alles begann damit, als Percy in der Nationalbibliothek von Rio de Janeiro, Brasilien, ein vergilbtes Pergament aus dem späten 18. Jh. fand. Der britische Tourist, der eigentlich nur für 5 Wochen in diesem Land bleiben wollte, las die alten Zeilen, die von einer portugiesischen Forschergruppe stammten und war hellauf begeistert und mitgerissen von seinem Inhalt. Die Forschungsgruppe beschrieb darin ihre elf Jahre andauernde Odyssee durch den Dschungel des Mato Grosso.

Sie fanden, laut Aussage, im Fels eingearbeitete Treppen, die, zugegeben, noch keine spektakuläre Entdeckung waren. Als sie jedoch die Treppen hinaufstiegen, entdeckten sie ein riesiges Steinportal. Dies hatte im Gegensatz zur Treppe nicht so ein unscheinbares Antlitz. Hinter diesem erstreckte sich ein Netz von weiten Straßen, Statuen, kleineren Gebäuden und Tempelanlagen, die eine Ähnlichkeit zur altgriechischen Architektur aufwiesen.

 

Die Inschriften der Tempelanlagen, so die portugiesische Forschungsgruppe, waren in einer unbekannten Sprache verfasst (aber nicht mit der Ausdrucksweise der alten Inka und ansässigen Indianer verwandt). Ob diese Entdeckungsreise wirklich als wahr eingestuft oder als Spinnerei abgetan werden sollte (elf Jahre Wildnis können das Gemüt durchaus labil machen), kann man bis heute nicht genau sagen. Tatsache ist, dass es noch viele Geheimnisse gibt, die noch nicht unter die Lupe genommen werden konnten. Percy stufte die Geschichte als glaubwürdig ein. Colonel Percy Harrison, zu diesem Zeitpunkt 53 Jahre alt , war ein erfahrener Forscher seines Gebiets. Er konnte von sich behaupten, weit gereist zu sein und schon viele Ecken Südamerikas gesehen zu haben. Er war schon in ceylonesischen Urwald unterwegs und hat in Südamerika schon so mancher versunkenen Stadt einen Besuch abgestattet. Er war außerdem in der Vermessung von Gebieten tätig gewesen. Wenn man also eine Person finden wollte, die mehrere Jahre im Urwald überleben konnte, dann hätte man mit dem Finger auf ihn verwiesen.

 

1920 begann er seine erste Expedition, um erste Beweise zu finden. Jedoch musste die Entdeckungstour vorzeitig abgebrochen werden, weil seine Frau den Entbehrungen der Natur und deren Gefahren (Giftschlangen, Insekten und Blut saugenden Fledermäusen) nicht gewachsen war. Jedoch wollte der nun 58 Jahre alte Percy nicht einfach so aufgeben. 1925 versuchte er erneut mit seinem 23-jährigen Sohn, Jack Harrison, dessen 18-Jährigen Freund Raleigh Rimell und zwei Indianer vom Stamm der Mufuquas loszumarschieren. Die erste Ungereimtheit war, dass nur Percy den Weg zu ,,Z“ kannte und auch seinem Sohn die Koordinaten oder ähnliches nicht preisgeben wollte. Eine englische Zeitung namens Geographical Society sponserte die Expedition und hat mit Percy und seiner Crew vereinbart, dass sie immer im Abstand von zwei Monaten ihren Aufenthaltsort angaben.

 

Dead Horse Camp wurde angegeben, die Nachricht traf mit den beiden Indianern ein, die ihn begleiteten. Sie sagten aus, dass sie sich weigerten weiter in feindliches Stammesgebiet anderer Indianer zu reisen, weshalb Percy mit seinen beiden Begleitern alleine weiter zog. Im Brief stand: ,,Einen Misserfolg brauchen sie nicht zu befürchten.“ Dies war die letzte offizielle Nachricht von Percy, die eintreffen sollte. Die Familie machte sich Sorgen, als sich Percy, Jack und Raleigh nicht mehr, wie geplant, meldeten. Der Schwierigkeit bewusst, dass es eine Tortur war Briefe durch den Dschungel zu senden, schickten sie einen Suchtrupp zum besagten Gebiet. Die Männer fanden nur eine kleine Truhe am Pfad, die höchstwahrscheinlich Percy gehörte.

 

Zum gleichen Zeitpunkt kam das Gerücht auf, dass die drei Männer von feindlichen Indianern getötet wurden. Der Suchtrupp wollte dem Gerücht nachgehen, wurde jedoch von Eingeborenen vertrieben. Der amerikanische Reporter Albert de Winton unternahm 1930 den Versuch, die Expeditionsgruppe zu finden, und verschwand ebenfalls ohne Vorwarnung. Bis hierhin kann man ganz klar sagen: ,,Ja, die Expeditionsgruppe wurde umgebracht.“ Jedoch kam eines Tages um 1931  ein Schweizer Trapper nach Rio de Janeiro, namens Stefan Rattin. Der behauptete einen alten Engländer getroffen zu haben, der in indianischer Gefangenschaft gesessen habe, aber sehr gut versorgt gewesen sei und Bewegungsfreiheit bekommen habe. Die Beschreibung passte zu Colonel Percy Harrison. Eine ungewisse Hoffnung flammte auf, dass er und die anderen doch noch am Leben waren.

 

Stefan Rettin und seine zwei Begleiter brachen auf, um ihn und die beiden anderen zu retten. Sie verschwanden spurlos. 28 Jahre später berichteten Reisende, dass sie zwei Engländer älteren Alters getroffen hätten, die mitten im Urwald lebten. Mehr war nicht herauszubekommen. Dies war das wahrscheinlich letzte Lebenszeichen der Expeditionsgruppe, die anscheinend mehr oder weniger wohlauf waren. Es wurde viel diskutiert, ob Percy und seine Crew nach ein paar Jahren freigelassen wurden oder fliehen konnten und weiter nach ,,Z“ marschierten und diese Stadt auch fanden. Vielleicht war die sagenumwobene Stadt von so beträchtlicher Schönheit, dass sie beschlossen, an diesem Ort zu bleiben und zu forschen. Die Weisheit von Percy hätte gegebenfalls dazu gereicht, in der Wildnis zu überleben.

 

Die Stadt ,,Z“ ist bis heute nicht gefunden worden. Auf dem Gebiet, wo sie sich befinden soll, liegt bis heute (glücklicherweise) größtenteils ein Urwald. Vielleicht findet man irgendwann die verblichenen Überreste dreier Europäer. Dann muss man davon ausgehen, eine altertümliche, atemberaubende Stadt in der Nähe zu finden, deren Erbauer bisher nicht bekannt sind.

 

 

Carsten

30.07.2013

Hörbericht


Das mysteriöse Verschwinden des Herr Lang

[www.pixabay.com]
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Wenn ein Mensch vermisst wird, sein Aufenthaltsort unbekannt ist und es keine Spur von dieser besagten vermissten Person gibt, dann kann es durchaus Absicht sein, dass die Person nicht mehr gefunden werden möchte oder, im schlimmsten Fall, die Person einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Es wird eine Vermisstenanzeige aufgegeben, die vermisste Person wird bald darauf gefunden oder bleibt, manchmal für immer, verschwunden. Das Ende ist ungewiss. Doch wie sollte man reagieren, wenn eine Person von einem Moment auf den anderen verschwindet. Sich, im wahrsten Sinne des Wortes, in Luft auflöst? Eine Vermisstenanzeige wird da wohl nicht weiterhelfen.

 

23. September 1880, Tennesse: Die Familie Lang lebt, abseits der Stadt, auf einem beachtlichen Pferdehof. Auch dieser Tag beginnt wie jeder andere und der alltägliche Tagesablauf wird schnell aufgenommen. Nach dem Frühstück ist es, unter andrem, David Langs Aufgabe nach den Pferden zu sehen. Diese warten schließlich ebenfalls auf ihre tägliche Verpflegung. Um zu den Ställen des Hofes zu gelangen, muss Herr Lang zunächst eine Wiese überqueren. Doch irgendetwas war an diesem Tag anders, als sonst. Herr Lang drehte sich noch einmal zu seiner Frau und den Kindern um und winkte diesen zum Abschied. Ja, dies war an diesem Tag anders. Seine Familie wollte an der Haustür warten, bis Herr Lang an den Ställen angekommen war. Dies gehörte zu ihren täglichen Ritualen. Im Normalfall konnten sie ihren Mann und Vater noch, bei den Ställen angekommen, als kleine Gestalt in der Ferne erkennen. Doch dieses Mal sollte es gar nicht erst so weit kommen.

 

Auf dem halben Weg, Herr Lang und seine Umrisse war noch gut zu erkennen, verschwand er. Er löste sich einfach in Luft aus. Tatsächlich wird dieser Vorfall von der ganzen Familie mit diesem Sprichwort beschrieben. Die Familie war zunächst wie gelähmt und gingen von dem Schlimmsten aus. War Herr Lang möglicherweise in ein Erdloch gefallen und lag nun schwer verletzt in einer tiefen Grube? Schnell lief die ganze Familie zu dem Standort, an dem ihr Vater verschwunden war. Sie suchten die ganze Wiese ab und, nur um sicher zu gehen, ebenfalls die Pferdeställe. Doch nichts. Es gab keine Spur von Herr Lang. Der ansässige Dorfrichter war ebenfalls Zeuges dieses mysteriösen Ereignisses. Auch er half mit bei der Suche und war, durch seine hohe Position, ein verlässlicher Zeuge.

 

Später läutete der Bruder, von Frau Lang, die Hofglocke unaufhörlich. Ein paar Minuten später trafen dann die ersten, neugierigen Nachbarn ein. Nach einer kurzen Erläuterung der Situation, halfen die Nachbarn ebenfalls bei der Suche des verschwundenen Herr Lang mit. Doch niemand fand auch nur die kleinste Spur von dem liebenswürdigen Vater und Ehemann.

 

Der Polizei waren die Hände gebunden. Sicherlich lag es auch ein wenig daran, dass sie selber die Geschichte nicht ganz nachvollziehen konnten. Dennoch rief man später einen Geologen und einen Landgutachter hinzu. Nach diversen Besprechungen und Beobachtungen stellte man fest, dass es unter dem Grundstück keine Höhlen oder Erdrutsche gab. Es sei, laut den Spezialisten, nicht möglich im Erdboden zu versinken. Dies beunruhigte die Familie Zusehends und es wurden noch duzende Suchaktionen, an denen teilweise das ganze Dorf teilnahm, durchgeführt. Doch Herr Lang blieb für immer verschwunden.

 

Genau ein Jahr später, zog der Tatort jedoch erneut Aufmerksamkeit auf sich. Auf der Wiese war, scheinbar über Nacht, ein kreisrunder Fleck entstanden. Die Tiere der Farm vermieden den Fleck und sogar Insekten waren dort nie zugegen. Die Kinder von Frau Lang spielten regelmäßig auf dem runden Fleck und riefen, wohl eher zum Spaß, immer nach ihrem Vater. Schließlich, Anfang August 1881, riefen sie erneut nach ihrem Vater und diesmal hörten sie ihn deutlich antworten. Sofort liefen sie zu ihrer Mutter und erstatteten dieser Bericht. Frau Lang lief, völlig aufgebracht, mit ihren Kindern zu dem Ort und alle riefen aufgeregt den Namen ihres Vaters und Ehemannes. Und tatsächlich, auch Frau Lang hörte ihren Mann deutlich antworten. Seine Stimme war unverkennbar, jedoch hörte es sich an wie ein entfernter Hilferuf. Nun gingen alle regelmäßig zu dem kreisrunden Fleck und riefen den Namen von Herr Lang. Immer wieder antwortete dieser. Doch von Tag zu Tag wurde seine Stimme immer schwächer und leiser. Am fünften Tag verstummte seine Stimme völlig und man hörte ihn nie wieder.

 

War Herr Lang, aus versehen, in ein Portal zu einer anderen Dimension getreten? Dies würde zumindest die Stimme von dem verschwundenen Mann erklären, die man später weit entfernt immer noch hören konnte. Vorausgesetzt man glaubt an ein Paralleluniversum. Doch auch der Kreis, welcher der Beschreibung nach den Merkmalen eines Kornkreises ähnelt, könnte etwas mit seinem Verschwinden zu tun haben. Doch der mysteriöse Kreis tauchte erst nach dem Verschwinden des Mannes auf. Natürlich sollte man ebenfalls in Betracht ziehen, dass die Sehnsucht nach dem vermissten Herr Lang die ganze Familie halluzinieren ließ und sie nur deshalb die Stimme später wahrnahmen.

 

Auch wenn dieser Vorfall ziemlich bekannt im Zusammenhang mit mysteriösen Vermisstenfällen ist, so herrschen hier die ein oder anderen Unklarheiten. Manche gehen davon aus, dass es sich bei dem Vorfall lediglich um eine erfunden Legende handelt, da es keine genauen Beweise für die Existenz der Familie gibt. Andere glauben wiederum, dass der Mann seine Familie bewusst verlassen wollte und es deshalb wie einen Unfall aussehen ließ. Oder handelt es sich am Ende doch um ein Verbrechen, aufgeführt durch einen Menschen?

 

 

Carolina

27.05.2017 (R-UP)

Hörbericht


Wie vom Berg gefressen

Eine Berglandschaft. Ganz sicher kein Ort an dem man an ein Portal in eine andere Dimension denkt.
Eine Berglandschaft. Ganz sicher kein Ort an dem man an ein Portal in eine andere Dimension denkt.

 

In diesem Bericht geht es wieder um einen Mann, der sich plötzlich in Luft auslöst und das alles wieder mal, während Freunde ihn die ganze Zeit beobachteten. Wie ist sowas möglich?

 

Juli 1889: Drei Männer (unter ihnen ein erfahrener Berg- und Wanderführer) machten sich früh morgens auf den Weg, um zwei Berge zu besteigen.

Nach einem kurzen ritt hoch zu Ross, waren sie angekommen. Vor Ort gab es einen kleineren Berg (namens „niedere Olymp“ 1588 Meter hoch) und den größeren Berg unmittelbar daneben (namens „hoch Olymp“ 2917 Meter hoch).

 

Einer der beiden Bergsteiger wollte den kleinen Berg besteigen, der andere den großen Berg. Gesagt, getan. Während die beiden sich auf den Weg nach oben machten, blieb der erfahrene Führer bei den Pferden.

 

Als der erste Bergsteiger den hoch Olymp erklommen hatte, sah er seinen Freund auf den niedrigen Olymp bereits hoch oben stehen. Beide winkten sich kurz zu und der Bergsteiger auf den kleinen Berg machte sich sofort wieder auf den Weg nach unten. Der Mann auf den großen Berg, wartete noch einen Moment und genoss den herrlichen Ausblick. Während er auf den Berg stand, konnte er die ganze Zeit seinen Freund beim Abstieg des kleinen Berges beobachten und das tat er auch. Er hatte fast die halbe Strecke hinab geschafft, als er plötzlich verschwand.

Der verdutzte Bergsteiger, der immer noch auf den großen Berg stand, konnte nicht glauben was er da sah. Er versuchte den verschwundenen Bergsteiger zu sichten. Doch nirgendwo war sein Freund zu sehen.

 

Auch der Berg- und Wanderexperte der Truppe hatte alles vom Boden aus beobachtet. Er hatte den Freund ebenfalls zur gleichen Zeit verschwinden sehen. Die Aussagen der beiden Zeugen (unabhängig voneinander befragt) stimmten exakt überein.

 

Nachdem beide erst mal total verdutzt waren und gar nicht wussten was sie tun sollten, suchten sie den ganzen Berg zusammen nach ihren Freund ab. Sie kletterten den Berg mehrere male hinauf und hinunter, aber es fand sich nicht die kleinste Spur von ihm. Kein Kleidung, keine Spuren, nichts. Er hatte sich einfach in Luft aufgelöst.

 

Auch spätere Suchtrupps konnte keine Spuren finden. Es existierten auch keine Höhlen oder Spalten, in dem der Verschwundene hätte hinein fallen können.

 

Er wurde nie wieder gesehen. Von dem Tag an, hörte der Mann auf zu existieren (in unserer Welt). Von der einen auf die andere Sekunde.

 

War auch hier ein Portal in eine andere Dimension schuld?Durch das auch er aus versehen gegangen war und welches sich danach für immer schloss? Oder er wusste einfach nicht wie er zurück kam? Immerhin hätte er wohl auch nie freiwillig das Portal betreten, wenn er gewusst hätte das eben dort eins war.

 

Der hohe Olymp gilt in der griechischen Mythologie auch als Sitz der Götterwelt. War hier also ein Portal zur Götterwelt? Doch der verschwundene Bergsteiger war auf dem kleinen Berg verschwunden.

 Sie erinnern sich sicher an den vorigen Fall. Dort verschwand auch ein Mann und das auch während er in Bewegung war. Auch ihn fand man nie wieder.

 

Was also hatte sich hier ereignet? Es ist doch schier unmöglich einfach so zu verschwinden. Ohne Lebenszeichen, ohne Abschied?

 

Kann es sein das manche Wesen die uns besuchen, einfach vergessen ein Portal nach der Rückkehr in ihre Dimension wieder zu schließen? Ein Moment der Unachtsamkeit. Fatal für uns Menschen.

 

Wer weiß, ob die Männer auf der anderen Seite starben oder sich vielleicht der Situation anpassten.

 

Oder wurden die Männer am Ende doch entführt, als die Zeugen für eine kurze Sekunde blinzelten?

 

Man hört immer wieder von Außerirdischen, die ihre Opfer entführen und ihnen danach die Erinnerung rauben. Kann so etwas in der Art auch hier vorgefallen sein?

 

Es ist und bleibt ein mysteriöses und schon fast gruseliges Ereignis.

 

 

 Carolina

29.09.2013

Hörbericht


Der verschwundene Unterwassertaucher von Portsmouth

Ist Lionel Crabb Opfer eines politischen Angriffs geworden? Oder hat er sich einfach im Wasser "aufgelöst"?
Ist Lionel Crabb Opfer eines politischen Angriffs geworden? Oder hat er sich einfach im Wasser "aufgelöst"?

In diesen Fall bekommt das Wort “abtauchen“ eine doppelte Bedeutung. Wenn man verschwindet, obwohl es keinerlei Verdachtsfälle oder Gründe gibt, dann ist meist von einem Verbrechen die Rede. Jedoch sind manche Fälle so seltsam, dass sie keinerlei Spielraum für normale Erklärungen geben. Der Fall des Unterwassertauchers Lionel Crabb ist ein solcher. Crabb war bei der täglichen Arbeit einfach verschwunden. Gab es vielleicht doch einen Grund, wieso er weg musste oder wollte? Eine Person die nicht da ist, kann logischerweise auch nicht aussagen.

 

Am 17. April 1956 mieteten sich Lionel Crabb und Bernard Sydney Simth im Hotel Sallyport in Portsmouth ein Zimmer. Crabb war zu diesem Zeitpunkt Englands gefragtester Unterwasserfachmann und Simth ein britischer Agent des Nachrichtendienstes. Beide Männer hatten sich zur Aufgabe gemacht, den russischen Kreuzer „Ordshonikidse“ und die beiden Zerstörer, die diesen begleiteten, näher zu untersuchen. Am nächsten Tag, dem 18. April, liefen die drei Schiffe im Hafen der Stadt ein. Der sowjetische Ministerpräsident Nikolai Bulganin und der Generalsekretär der kommunistischen Partei der Sowjetunion, Nikita Chruschtschow, befanden sich auf besagten Kreuzer.

 

Das britische Außenministerium hatte kurz zuvor untersagt, die Gäste in jeglicher Art bespitzeln zulassen. Crabb und Smith jedoch sahen dieses Vorhaben nicht als Spionageakt, sondern als neugierige Beobachtungstour für die Medien. Als Bulganin und Chruschtschow sich auf einem Staatsbesuch in London befanden, tauchte „Buster“ Crabb mit dem Wissen von Simth mehrmals ab.

Der Taucher stieg heimlich in das Hafenbecken und begutachtete den Rumpf von einem der Zerstörer. Crabb inspizierte auch den Kreuzer, als dieser am Hafen festmachte.

 

Am 19. April stieg er direkt nach Sonnenaufgang wieder ins Wasser. Er berichtete Simth, dass er unter dem Schiff gewesen wäre, aber Schwierigkeiten mit der Sauerstoffzuruf gehabt hätte. Die Taucherausrüstung, so Crabb, sei für mehr als 10 m Tiefe nicht geeignet. Das Auftauchen sei ihm schon schwer gefallen, da sich giftiges Kohlendioxid in den Tanks angesammelt hatte. Beim darauffolgenden Tauchgang blieb Crabb verdächtig lange unter Wasser. Simth machte sich sorgen und ahnte nicht, dass er Lionel Crabb das letzte mal gesehen hat.

 

Am 29. April legten die drei Schiffe ab und kehrten nach Russland zurück. Die britische Aufsicht war bemüht, den Fall des anscheinend toten Crabb so in die Öffentlichkeit zubringen, dass es hieß, er sei bei einer normalen Tauchübung ums Leben gekommen. Doch was wirklich mit dem Unterwasserfachmann passierte, das wusste keiner. Die meisten Personen, die von dieser wahren Begebenheit wussten, glaubten, dass Crabb an Sauerstoffmangel starb, von den Russen entdeckt wurde oder von einer Strömung erfasst wurde. Eins war sicher, Crabb blieb verschwunden.

Alle, die Lionel Crabb kannten sagten aus, dass er ein sehr erfahrener und loyaler Mann war, der für sein Land diente. Strömungen und die Abschätzung der verbliebenen Tauchzeit konnte er besser wie kein zweiter.

 

Die Theorie, dass Crabb auf natürliche Art und Weise sein feuchtes Grab gefunden hat, wurde durch einem Leichenfund, über ein Jahr später, stark in Zweifel gezogen. Am 9. Juni 1957 fanden Fischer im Hafen von Chicherster, einige Kilometer östlich vom Portsmouth, eine Leiche männlichen Geschlechts. Diese hatte einen Taucheranzug an, die von einer italienischen Firma stammte. Genau das selbe Fabrikat hatte Lionel Crabb am Tag seines verschwindens angehabt. Kopf und Hände wurden säuberlich abgetrennt. Die Leiche, so Experten, war höchstens zwei Tage alt. Am rechten Bein befand sich eine Narbe. Sie hatte verblüffende Ähnlichkeit mit der Narbe von Crabb. Die Zehen von der gefundenen Leiche hatten die gleiche Ausprägung wie bei dem verschwundenen Taucher. Er hatte ebenfalls Hammerzehen gehabt.

 

Der Sinn hinter der Verstümmelung der Leiche war dieser, dass sie nicht identifiziert werden sollte, so dass Außenministerium. Ohne Kopf war kein Zahnabdruck zu machen und ohne Hände kein Fingerabdruck. War es die richtige Leiche? Noch seltsamer wurde dieser Fall, als eine russische Militärzeitschrift den Weg in den Westen fand. In dieser war ein Bild enthalten, dass eine Tauchkompanie mit Ausbilder zeigte. Die Qualität des Fotos war zwar etwas schlecht, aber alle, die Crabb kannten, sahen im Gesicht der Ausbilders seine Züge. Der Ausbilder fand unter dem Bild Erwänungen mit dem Namen: „Korabljow“. Die verblüffende Theorie die daraufhin aufgestellt wurde, war diese:

 

Crabb wurde am 19. April 1956 bei seinem “letzten Tauchgang“ von den Russen erwischt und, ohne das es Smith merkte, an Bord geholt. Am Bord wurde ihm zur Wahl gestellt, ob er gefoltert werden, getötet werden oder die Seiten wechseln wollte. Wenn sich der loyale Lionel Crabb für drittes entschieden hätte, dann wäre es möglich, dass er der besagte Korabljow Crabb ist. Die Leiche, so die Theoretiker, war nur zur Täuschung vor der Küste Englands abgeworfen worden. Ob Crabb sich wirklich für den Fahnenwechsel entschloss um sein Leben zu retten und dafür sein altes Leben zurückzulassen zwar weit hergeholt, aber nicht unmöglich. Wer der Tote war, wird man wohl nie erfahren. So wie den wahren Verlauf der Geschichte von Lionel Crabb.

 

 

Carsten S.

19.12.2013

Hörbericht


Zimmer 342

 

Es ist fast unmöglich einfach spurlos zu verschwinden. In vielen Fällen führen Spuren oder Zeugenaussagen zu den Vermissten. Verschwunden durch die Hand eines anderen, durch Unachtsamkeit oder sogar, um einfach ein neues Leben, fern ab von der Familie, zu führen. Viele der mysteriösen Vorfälle werden aufgeklärt, doch es gibt auch einige, die nicht mehr aufgeklärt werden können. Nie mehr!

 

Um das Jahr 1900, in der Nähe von Paris: Mutter und Tochter wollten eine unvergessliche Reise unternehmen. Wie unvergessliche sie tatsächlich wurde, konnten sie noch nicht einmal erahnen.

 

Es war schon spät und beide waren sich einig ein Hotel aufzusuchen. Morgen würden sie weiter reisen. Doch nun brauchten sie in wenig Ruhe. Leider stellte sich dies als eine schwierige Angelegenheit heraus. Alle Hotels in der Nähe waren belegt. Nur noch eins hatte zwei Einzelzimmer zu vermieten. Ein wenig niedergeschlagen, aber dennoch fest entschlossen, nahmen die beiden Damen die Hotelzimmer. Die Frau Mama bezog das Zimmer 342. Ihre Tochter kam kurz mit auf ihr Zimmer. Der Raum war herrlich eingerichtet. Eine elegante Rosentapete und schicke Samtvorhänge ließen das Zimmer sehr glamourös und gleichzeitig gemütlich wirken. Doch ihre Mutter hatte dafür kein Auge. Ihr ging es den ganzen Tag schon nicht sehr gut und nun plackten sie tierische Kopfschmerzen und ihr wurde schwindelig. Von einer Sekunde auf die andere brach die ältere Frau zusammen. Die Tochter, in heller Aufregung, ließ den Arzt kommen. Dieser betrat kurz darauf das Zimmer, untersuchte die ältere Dame rasch und kam schnell zu einer Prognose. Er erzählte der Tochter, dass er zur Behandlung der Krankheit dringend Medikamente bräuchte. Der Arzt wollte die schwer Kranke  jedoch ungern alleine lassen und so schlug er vor, dass die Tochter schnell zu seiner Praxis am Ende der Stadt reiten solle. Er gab der jungen und verwirrten Frau eine Mitteilung für seine Ehefrau mit, die in seiner Praxis die Stellung hielt. Sie würde wissen, welche Medikamente zu gebrauchen wären.

Damit ihre Mutter schnell wieder gesund wurde und auch nicht allzu lange schmerzen erleiden musste, machte sich die Tochter der kranken Frau schnell auf den Weg. Sie nahm die nächste Kuschen und befahl dem Kutscher zur Praxis des Arztes zu reiten. Aber schnell!

 

 

Es kam der Tochter wie eine halbe Ewigkeit vor und irgendwie hatte sie das Gefühl, dass der Kutscher im Kreis fuhr. Ließ er sich nicht etwas zu viel Zeit? Oder bildete sie sich das nur ein, weil es hier um etwas sehr wichtiges ging?

 

In der Praxis angekommen, überreichte die Tochter der Ehefrau die Mitteilung ihres Mannes. Sie bat außerdem um etwas eile. Doch auch hier hatte die Tochter das Gefühl, als würde sich die Frau extra Zeit lassen. Sie suchte in aller Seelenruhe die Zutaten zusammen und musste des Öfteren zweimal laufen. Nach eine gefühlten Ewigkeit war das Medikament fertig und die Tochter machte sich zurück auf den Weg ins Hotel.

 

Dort, völlig außer atmen, angekommen, erkundigte sich die Tochter zunächst bei dem Hotelmanager in der Lobby nach dem Befinden ihrer Mutter. Der Gesichtsausdruck des Hotelmanagers konnte nicht beunruhigender sein. War ihre Mutter vielleicht schon längst tot?

 

Dann traf es sie wie ein schlag. Das was der Hotelmanager sagte, hallte wie ein Echo in ihren Ohren. „Ich weiß nichts von ihrer Mutter. Sie sind hier doch alleine angekommen“. Völlig verwirrt und mit den Nerven am Ende, fragte die Frau ob dies ein Scherz sein solle. Sie wollte umgehend zu ihrer Mutter und endlich wissen wie ihr Zustand sei. Doch der Hotelmanager beteuerte erneut, dass doch nur sie ins Hotel eingecheckt sei. Auch der Arzt, der kurz darauf gerufen wurde, konnte sich nicht an einen Vorfall mit einer älteren Dame erinnern. Es sei bei ihm heute noch niemand krank gewesen, geschweige denn zusammen gebrochen.

Die Tochter war sehr aufgebracht und ihre Stimmlage wurde immer lauter. Sie wollte unbedingt das Gästebuch sehen, in der ihre Mutter eingetragen sein müsste. Man verwehrte ihr diesen Wunsch nicht, um die junge Dame zu beruhigen. Tatsächlich war in dem Gästebuch für das Zimmer 342 ein anderer Name eingetragen. Nun war die Tochter völlig außer sich und wollte das Zimmer sehen. Sie ließ sich nicht aufhalten und bevor die Frau noch lauter und zorniger wurde, gestattete man ihr, das Zimmer zu betreten.

 

 

Nun traf sie erneut der Schlag. Das Zimmer sah völlig anders aus. Es ist nicht lange her, da stand sie doch mit ihrer Mutter in diesem Zimmer. Die Tapete und die Vorhänge waren doch so unvergesslich schön gewesen.

 

Die junge Frau wusste sich nicht anders zu helfen und eilte noch am gleichen Tag zur Botschaft, um dort von ihrem Vorfall zu berichten. Sie wollte unbedingt wissen, was mit ihrer Mutter passiert war. Man ging der Sache nach und war sich schnell sicher, wer hier die Verrückte war. Was war schon die Aussage einer normalen bürgerlichen Frau gegen die eines Arztes und einem angesehenen Hotel? Die arme Frau kam in eine Nervenheilanstalt und man ging den Vorfall nicht näher nach. Man kümmerte sich nicht um ihre Version der Geschichte. Was wirklich passierte wird man wohl nie erfahren.

 

 

Es ist zwar weit hergeholt, aber kann es sich hier vielleicht, um einen Organraub oder ähnliches gehandelt haben. Damals war es noch leichter einfache Bürger verschwinden zu lassen. Vieles war abhängig von dem guten Ruf der Person.

Die Tochter hatte sowohl bei dem Kutscher, als auch bei der Ehefrau des Arztes das Gefühl, dass beide sich sehr viel Zeit ließen. Alleine der Hinweg zur Praxis des Arztes, dauerte 4 Stunden. Und wenn es um Leben und tot geht, sollte man sich sowohl beim Zubereiten eines Medikaments als bei einer Kutschfahrt doch nicht so viel Zeit lassen oder?

 

 

Ein anderes Argument, dass für das Verschwinden der älteren Dame spricht und an dem der Doktor und das Hotel beteiligt sein müssen, ist die Tatsache, dass der Doktor seiner Frau eine Mitteilung mit gab und die Frau danach ein Medikament fertigte. Dieses Medikament verschwand später. Die Frau muss es wohl im Zimmer oder an der Rezeption liegen lassen haben. Bei der Aufregung auch kein Wunder. Stand in der Mitteilung vielleicht auch, dass die Frau sich Zeit lassen solle, da das Zimmer noch schnell umdekoriert werden musste. Natürlich las die besorgte Tochter den Brief nicht.

 

Wie ist das schnelle umgestalten des Zimmers zu erklären? Dies ist wirklich nicht einfach zu tun. Tapeten und Vorhänge musste ausgetauscht werden. Oder hatte das Hotel und der Arzt Übung darin und die Rosentapeten und Samtvorhänge waren nur Alibi und schnell zu entfernen? Vielleicht nahm man gerade eine auffällige Tapete, um das Opfer nur noch mehr zu verwirren und später als noch geisteskranker darzustellen?

Eines ist der Fall auf jedenfall: mysteriös. Und auch hier keine Aufklärung in Sicht. Was meinen Sie zu dem Vorfall? Alles ein abgekartetes Spiel oder am Ende doch nur eine geisteskranke Frau?

 

 

Carolina

11.08.2015

Hörbericht


Verschwinden des Benjamin Bathurst

Die Stelle eines Diplomaten war schon immer begehrt und gut bezahlt. Dieser Beruf stand allzeit schon dafür, viel herumzukommen und zwischen seinem Land und dem eines anderen zu vermitteln. Eine Tätigkeit also meist weit weg von Zuhause, der Heimat. Und obendrein ist ein Botschafter verschiedenen Problemen und vielleicht sogar Gefahren ausgesetzt. Schließlich sorgt er für Vermittlung in Krisenzeiten, wenn Kommunikation zwischen den betroffenen Ländern unabdingbar ist.

 

Es war der 25. November 1809, als zur Mittagszeit eine Kutsche in den Innenhof eines Gasthofes in Perleberg hinein spurtete. Hinaus stieg ein eleganter hochgewachsener Mann, der sich als Baron de Koch vorstellte. Er sei Handelsreisender, auf der Durchfahrt Richtung Norden. Das alles war eine ausgemachte Lüge, denn seine wahre Identität lautete Benjamin Bathurst, 25 Jahre alt, seines Zeichens Diplomat der Englischen Krone. Er befand sich in Wahrheit auf der Durchreise von Wien zurück nach London. Earl Bathurst, ein naher Verwandter von Benjamin, übergab ihn den Auftrag zum Hof von Kaiser Franz zu reisen, auf das er die Engländer im Kampf gegen das Napoleonische Reich unterstützte. 300.000 Soldaten sollten Frankreich vom Osten her angreifen, die englischen Truppen von nordwestlicher Richtung.

 

Der junge Diplomat erfüllte seine Aufgabe gut, auch wenn die Mission gegen Frankreich mit einer herben Niederlage für Österreich endete. Benjamin musste sich auf der Rückreise davor hüten, um nicht Truppen Frankreichs oder Verbündeten in die Hände zu fallen. Er entschied sich für einen weiten Umweg, vom Osten des heutigen Deutschlands und Tschechien über Dänemark nach Schweden und von da aus nach England. In Perleberg waren, auf der anderen Seite der Elbe, französische Truppenverbände stationiert, weshalb er nun noch vorsichtiger war, als sonst.

 

Bathurst bat am gleichen Tag den Hauptmann der örtlichen Garnison, Friedrich von Klitzing, um Schutz. Seine Sorgen begründete er damit, dass seit seiner Ankunft merkwürdige Dinge geschehen sein, für die er selber keine passende Erklärung habe. Klitzing gab ihm zwei schwere Kavalleristen mit, die ihn zur Poststation begleiteten. Dort schrieb er mehrere Briefe, wobei er einen ziemlich verstreuten Eindruck machte. Er verbrannte Dokumente und Papiere, nahm nur ein paar wenige Briefe mit und verließ das Gebäude. Kurz vor seiner geplanten Abreise ging der Diplomat hinaus zu den Pferden vor seiner Unterkunft. Bewohner der Stadt wollen ihn bei schwachem Schein einer Laterne alleine und still bei dem Gestüt gesehen haben. Kurz darauf, um 21 Uhr, war er wie vom Erdboden verschluckt.

 

Eine darauf folgende peinlich genaue Suche nach dem Botschafter blieb ergebnislos. Keine Spuren von Fremdeinwirkungen am Ort, wo er zuletzt gesehen wurde. In einem nahe gelegenen Keller entdeckte man seinen Pelzmantel, obwohl keiner ihn je dort gesehen hatte. Der Fall wurde noch merkwürdiger, als man drei Wochen später die Hose des Diplomaten in einem Wäldchen der Stadt fand. Sie war vollkommen von Kugeln durchsiebt, aber es befanden sich keine Blutspuren an dieser. Viel mehr machte sie den Anschein, als ob sie mutwillig zerschossen wurde. In der rechten Hosentasche befand sich ein zerknickter, unvollendeter Brief, gerichtet an seiner Ehefrau Phillida. In diesem stand verworren, dass Benjamin Bathurst Bedenken gegenüber einem Grafen d'Entraigues habe und er sich wünschte, sie würde keinen neuen Mann heiraten, wenn ihm etwas zustoßen sollte.

 

Unter dem Namen „d'Entraigues“ befand sich ein angeblicher Doppelagent, der für Russland und Frankreich arbeitete. Phillida und die Schwester Bathursts, Mrs. Thistlethwayte, reisten auf den Kontinent, um selber Nachforschungen zu betreiben. Der im Brief erwähnte ominöse Graf meldete sich kurz darauf per Brief. Jedenfalls war der Brief mit seinem Namen beschriftet. In diesem schilderte er, was mit dem Botschafter geschehen sein soll. Angeblich wurde er von den Franzosen verschleppt, in der Burg von Magdeburg gefoltert und dann hingerichtet. D'Entraigues versprach Beweise aus Paris an beide hierfür zukommen zu lassen. Bevor dies geschah, wurde der Graf mit der zweifelhaften Existenz angeblich von den eigenen Bediensteten ermordet.

 

Die nah liegendste Annahme, die Franzosen wären hierfür verantwortlich, konnte also nicht bewiesen werden. Friedrich von Klitzing ging stark davon aus, dass der Verdächtige in der näheren Umgebung des Posthauses zu finden sein musste. Einer der Stadtbewohner, den man für einen der Verdächtigen hielt, starb kurz darauf. Unter den Steinfußboden seines Hauses soll man ein Skelett entdeckt haben. Ob dies die Gebeine von Bathursts waren, konnte jedoch nie geklärt werden. So wie der gesamte Fall. Keiner weiß, was aus dem Botschafter geworden ist. Man stellt sich die Frage, ob der Brief in der Hosentasche Spinnerei war, oder ob es wirklich diesen Grafen gab. Wovor hatte der Diplomat Angst gehabt? Der Fall ist so verworren, dass es keine passende Erklärung gibt.

 

Aber dennoch hat der Fall eine Art von Moral zu erzählen, es sei denn, die Franzosen haben Bathursts auf dem Gewissen. Earl Bathurst, britischer Kriegsminister, veranlasste nach der Niederlage Napoleons, dass dieser seine letzten Tage im Exil auf St. Helena verbringen sollte.

 

 

Carsten

23.10.2016

Hörbericht