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Überblick

 


Ein verirrter Soldat aus einer anderen Zeit

Das wunderschöne, große Haus steht sonst immer leer. Lediglich der Verwalter hat Zutritt zum Haus und kümmert sich um den Zustand von Haus und Hof. Als er heute seinen alltäglichen, fast schon langweiligen Rundgang startete, wusste er noch nicht, dass er später die Polizei rufen würde.

 

Der Verwalter des Hauses, liebte seinen Job. Er mochte die leeren und damit ruhigen Häuser. Es war fast wie sein zweites zu Hause und jede Ecke war ihm bekannt. Klar, verirrten sich ab und zu kleiner Kinder auf das Grundstück. Die Kinder wussten eben, dass das Haus meist verlassen war und machten aus dem Betreten des Hofes eine Mutprobe. Doch noch nie war etwas Schlimmeres passiert.

 

Der Verwalter schloss die große Eichentür auf und trat ein. Er schaute in jeden Raum und öffnete für kurze Zeit die Fenster. Dann war die Galerie dran. Er bewunderte die Galerie. Sie war wirklich sehr schön. Am Ende des langen Raumes, stand ein altmodischer, aber sehr hübscher Sessel. Für gewöhnlich war dieser natürlich leer. Für gewöhnlich. Als er heute die Galerie betrat, war das alles ein wenig anders.

 

Schon von weitem erkannte er eine Gestalt auf dem Sessel. Das darf doch nicht wahr sein. Nun hatte es ein kleiner Bengel doch übertrieben und war doch tatsächlich eingebrochen. Doch je näher er dem Sessel kam, desto genauer konnte er die Gestalt erkennen. Die Gestalt die auf dem Sessel saß, war alles andere als ein kleiner Junge. Es war ein Mann von normaler Statur, doch er trug Soldatenuniform. Soldatenuniform? War das hier ein Scherz? Er ging mit schnelleren Schritten auf dem Mann zu. Nun schien auch der Soldat den  verärgerten Verwalter bemerkt zu haben. Der Soldat blickte zu dem Verwalter. Einen Moment blieb der Verwalter stehen. Beide blickten sich direkt in die Augen. Der Soldat schaute ein wenig verblüfft. Es schien sogar als wäre er ziemlich überrascht. Dennoch stand er nicht vom Sessel auf.

Dann passierte etwas völlig absurdes und gleichzeitig unglaubliches. Der Soldat löste sich nach und nach in Luft auf. Der Verwalter beschleunigte seine Schritte, um ja was eigentlich? Was wollte er erreichen? Rechtzeitig bei dem Einbrecher sein, bevor er sich einfach, im wahrsten Sinne des Wortes, in Luft auflöste? Das war völlig absurd. Die Silhouette des Soldaten wurde immer verschwommener und irgendwie durchsichtiger. Er wollte einfach den Einbrecher festhalten, solange bis er dann die Polizei rufen konnte. Doch noch bevor der Verwalter beim Sessel war, war der Soldat verschwunden. Er hatte sich wahrhaftig in Luft aufgelöst.

 

Völlig aufgewühlt rief der Verwalter die Polizei an. Als diese vor Ort war, erzählte er wo und wann er den Einbrecher erwischt hatte. Auch das auflösen der Person erzählte er den Beamten. Diese glaubten, dass der Verwalter sich vertan haben müsse. Bestimmt sei den Einbrecher aus seinem Fenster geflohen. Die Polizisten suchten mit dem Verwalter das ganze Haus ab, aber keine Spur von dem Einbrecher. Nicht einmal die kleinste Spur von Einbruchsspuren. Die Polizei beließ es dabei und verabschiedete sich von dem Verwalter. Ohne Spuren, kein Einbruch.

 

Dieser ist sich durchaus bewusst, wie absurd sich seine Geschichte anhören muss, aber er bleibt immer noch bei seiner Version der Geschichte.

Um was genau handelte es sich bei dem Soldaten? Um einen Zeitreisenden aus der Vergangenheit oder aus der Zukunft? Ein Soldat aus einer entfernten Paralleldimension? Um eine intensive Erinnerung, die in den Mauern des Hauses gespeichert wurde und sich nun wie eine Aufnahme erneut abspielte?

Was es auch war. Die Erinnerung bzw. der Soldat, nahm den Verwalter ganz klar wahr. Er blickte ihn unverwandt direkt in die Augen. Ob eine einfache Erinnerung dazu im Stande ist? Einbruchsspuren wurden nie gefunden und der Verwalter schwört, dass der Einbrecher nicht geflohen ist, sondern sich langsam nach und nach auflöste. Dieses ziemlich einschneidende Erlebnis ereignete sich nur ein einziges Mal. Der Soldat suchte die wunderschöne Galerie nie wieder auf. Bis jetzt.

 

 

Carolina

26.01.2016

Hörbericht


Die Clava-Gräber von Inverness - Schottland

Auf dem Bild ist eines der vielen Hügelgräber aus Schottland zu sehen. Um die Erdaufschüttungen herum, sind ebenfalls die allein stehenden, großen Megalithen zu erkennen. [Bild: Pixabay.com - shilmar]
Auf dem Bild ist eines der vielen Hügelgräber aus Schottland zu sehen. Um die Erdaufschüttungen herum, sind ebenfalls die allein stehenden, großen Megalithen zu erkennen. [Bild: Pixabay.com - shilmar]

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Dicht miteinander verstrickt, abhängig voneinander und dennoch jede für sich einzigartig. Zeitgleiter driften in die Zukunft oder Vergangenheit ab und bleiben körperlich dennoch in der Gegenwart. Die Visionen werden meist als sehr hell wahrgenommen und dennoch ohne jegliche Geräuschkulisse.

Die Clava Cains bei Inverness sind einige der Bekanntesten Hügelgräber aus Schottland. Dabei handelt es sich um runde oder ovale Erdaufschüttungen in oder unter der sich eine Grabkammer befindet. Die Megalithen in Inverness, drei an der Zahl, sind rund um die hügelartigen Ganggräber angelegt. Das Alter bzw. die Entstehung der drei Grabsteine wird aus der Bronzezeit um 1500-1800 vor Christus geschätzt.

 

29. März 1973, Inverness

 

Mrs. Anne May, aus Norwick, ist eine glückliche Frau und sehr zufrieden mit ihrem Leben. Von Beruf ist sie Lehrerin und sie liebt ihren Job, doch auch die Ruhe, die sie ab und zu in ihrem wohlverdienten Urlaub findet, weiß sie zu schätzen. Dieses Jahr sollte ihr Urlaubsziel Inverness sein.

Der Tag war hell und klar und die Vögel zwitscherten heute besonders laut. Die junge Lehrerin war schon ganz aufgeregt und staunte nicht schlecht, als sie die Hügelgräber zum ersten Mal erblickte. Es war herrlich. Sie fühlte sich hier, wie sollte sie es bloß beschreiben, sehr wohl. Die Natur und die darin eingebetteten Megalithen waren atemberaubend. Ihrem Mann gefielen die großen Steine ebenfalls, doch für ihn waren es bloß einfache Felsen. Während ihr Mann wenig begeistert war, ging Mrs. May um die Megalithen herum und bestaunte jeden einzelnen. An einem blieb sie schließlich stehen und lehnte sich gegen diesen. Sie spürte seine angenehme Kühle an ihrem Rücken. Bewusst wollte sie den Augenblick genießen und schloss die Augen.

 

Als sie die Augen nach einiger Zeit wieder öffnete, fielen ihr, dicht vor ihr, sofort eine Gruppe von Männern auf, die schäbige Kittel, über Kreuz gebundene Hosen und schwarze lange Haare trugen. Schwer und langsam bewegten sie sich von ihr weg, was wohl daran lag, da sie einen riesigen Monolithen, an dicken, alten Seilen gebunden, hinter sich her zogen. Angestrengt und erschöpft wurden die Männer immer langsamer. Alles wirkte so real und Mrs. May dachte nicht daran das all dies lediglich eine Vision war, bis sich die Szene plötzlich auflöste, als weitere Touristen durch die Vision hindurchschritten. Damit rissen sie Mrs. May zurück ins hier uns jetzt des 20. Jahrhundert.

Hatte sie nur geträumt oder hatte sie gesehen, wie die Hügelgräber entstanden waren? Auch wenn die Vision von Anne nur kurz war,  sie schien ihr sehr real zu sein und die Gruppe der Männer war wie in ein helles Licht getaucht.

 

Fakt ist, dass die Megalithen und die Grabhügel, zu Ehren des oder der Toten, irgendwie transportiert werden mussten und zur damaligen Zeit standen noch keine derartigen Hilfsmittel zur Verfügung. Dennoch mussten die Steine schließlich irgendwie an ihr Platz gelangen. Es ist demnach durchaus denkbar, dass Mrs. Anne May in die Vergangenheit gleitete und einen Blick darauf erhaschen konnte, wie genau die damaligen Menschen die Megalithen an ihrem Platz schufen.

Dieser kleine, aber feine Vorfall erregte großes Aufsehen und bot für das ein oder andere Buch genügend Stoff, um eine fantasievolle Geschichte daraus zu fertigen.

 

 

Carolina

18.10.2016 

Hörbericht


Eine vergessene Prophezeiung (1933, USA)

Manchen von uns geschehen sonderbare Dinge. Wir denken noch lange Zeit danach über deren Ablauf nach, aber tun sie schließlich als merkwürdige Laune des Zufalls ab. Bei unserem heutigen Fall ist es schwer, die Angelegenheit einfach so wegzurationalisieren. Eine Prophetie, besser auch Vorhersage, die erst eintrifft, als man sie schlicht und einfach schon vergessen hat, da sie vor geraumer Zeit ausgesprochen wurde, gehört zu den merkwürdigsten Erscheinungen. Gerade wenn uns wildfremde Menschen diese mitteilen.Sind die Überbringer befähigt, Abweichungen in der Zeitachse auszumachen? Prophezeiungen haben womöglich die Krux inne, den Geist mit einer Zukunftsvision zu beflügeln.

 

Die heutige kleine aber feine Begebenheit soll sich in den USA zugetragen haben. An einem sonnigen Frühlingstag des Jahres 1932 fuhren Ellen W. Pierce und ihre Schwägerin Muriel aus Rosemead, Kalifornien, mit einem Auto in das benachbarte Los Angeles, um ein paar Besorgungen zu machen. Obwohl es um die damalige Wirtschaftslage der USA eher schlecht stand, waren an jenem Tag viele Menschen unterwegs auf den Straßen der schönen Stadt. Ellen und Muriel gingen durch das Getümmel, als sich eine Hand auf Miss Pierce Schulter legte. Ellen drehte sich um und erblickte eine unscheinbare Frau, die etwas kleiner als sie selbst war. Sie sagte folgende Worte:

 

Entschuldigen Sie bitte, aber ich habe Ihnen eine Botschaft zu übermitteln. Ihr großer Sohn ging hinter Ihnen die Straße entlang. Er hat braune Augen und braune Haare. Er wird es im Rechtswesen dieses Landes weit bringen."

 

Frau Pierce wollte erwidern, dass sie zwar eine zweijährige Tochter, jedoch keinen Sohn habe. Die mysteriöse Dame verschwand aber schnell nach der Übermittlung der Nachricht direkt in der Menschenmenge. Lachend und etwas verdutzt setzten die beiden Frauen ihren Weg fort. Den Vorfall vergaß Ellen relativ schnell in der Dynamik des Alltags. Ihr Mann Fred brauchte dringend eine neue Arbeit. Schon seit längerer Zeit ging er keiner Beschäftigung nach. Noch im Jahr 1933 zog die kleine Familie nach Spokane. Fred fand nun endlich im örtlichen Sägewerk eine Anstellung. Ein Jahr später, am 14. Juni 1934, brachte Ellen einen Sohn zu Welt, der, wie sein Vater, Fred benannt wurde. Der Junge hatte braune Augen wie auch braune Haare.

 

Alles entwickelte sich zum Gutem. Die Tage gingen ins Land und eines Tages erhielt Fred Jr. nach Beendigung der Highschool im Jahre 1952 Stipendium für die Universität Südkalifornien. Er bereitete sich auf den Lehrberuf an der Elementarschule vor. Ein Jahr später wechselte er die Tätigkeit und hielt Vorlesungen über öffentliche Verwaltung und Recht. Nun wurde seine Mutter, Ellen w. Pierce, unruhig. Durch diesen Weg, den ihr Sohn einschlug, wurden die Erinnerungen an dem Vorfall 22 Jahre zuvor wieder wachgerüttelt. Sollte die seltsame Frau mit ihrer bildlichen Darstellung etwa recht behalten?

 

Die Karriere des Fred Pierce nahm den vorgezeichneten Verlauf. Nach Abschluss seines Studiums und Absolvieren einer zweijährigen Dienstzeit im Millitär erhielt Fred eine Stelle als Polizeioffizier. Von dort aus zum Überwachungsbeamten beim US-Bewehrungselement für Straffällige in Long Beach, wo er dann in gehobener Position einer verantwortungsvollen Tätigkeit nachging. Ist dies alles reiner Zufall? Oder Vorhersehung. Hatte die Frau eine Vision aus der Zukunft erhalten, die sie Ellen zur damaligen Zeit kundgeben musste? Diese Frage wird auf ewig offen bleiben...

 

 

Carsten

26.10.2019

 

~ Quellenangaben ~

* Bücher *

Erns Meckelbur: Transwelt Wilhelm Heyne Verlag

Hörbericht